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Teil 2: Friedrich trifft Clara – Liebe in der Stadtbibliothek
Es war ein regnerischer Mittwoch, als Friedrich Sommerfeld die Stadtbibliothek betrat. Der Geruch von Papier, Tinte und alten Geschichten lag in der Luft. Clara Weiss, die Bibliothekarin, saß hinter einem Schreibtisch, vertieft in ein Buch über „Wie man 5 Kinder erzieht, ohne den Verstand zu verlieren“.
Friedrich, mit Herzklopfen, trat an den Schreibtisch. „Entschuldigen Sie, sind Sie… Clara Weiss?“
Clara sah auf, ihre Augen funkelten hinter einer großen Brille, die fast zu groß für ihr Gesicht war. Sie nickte, ohne ein Wort zu sagen.
Friedrich: „Ich… äh, ich habe gehört, dass Sie die Richtige sind. Ich meine… eine der Richtigen. Sie wissen schon… jemand, der bereit ist, mit mir fünf Kinder zu haben. Und, äh, ein bisschen mehr.“
Clara blinzelte kurz und starrte ihn an, als hätte er gerade den Neutronenstern in ihrem Kopf aktiviert. „Äh… fünf Kinder?“ fragte sie, als ob sie einem äußerst kniffligen mathematischen Problem gegenüberstand. „Haben Sie überlegt, dass das eine sehr… komplexe Aufgabe ist?“
Friedrich nickte eifrig: „Ich habe nachgedacht, Clara! Und ich bin bereit! Pater Ignatius, der in der Kirche von St. Konstantin arbeitet, hat mir geraten, mutig zu sein und zu sagen, was ich will! Ich will eine Familie, fünf Kinder, und dann den ganzen Spaß, den das Leben zu bieten hat!“
Clara starrte auf die Seiten des Buches, dann auf ihn, und dann auf ihre Kaffeetasse. „Fünf Kinder, äh? Und was ist mit den Windeln?“
Friedrich: „Wir werden den Windeln ein Zimmer zuweisen. Ein ganz eigenes, in dem sie sich entfalten können!“
Clara lachte und schüttelte den Kopf. „Okay, okay, das ist… das ist…“ Sie seufzte dramatisch und blickte ihn dann scharf an. „Ich nehme den Job als zukünftige Mutter nur unter einer Bedingung an.“
Friedrichs Augen weiteten sich. „Was für eine Bedingung?“
Clara legte ihr Buch zur Seite, stand auf und setzte ihre Brille ab. „Ein Pakt. Du musst mir versprechen, dass wir unsere Kinder nicht nur mit Liebe, sondern auch mit einer gehörigen Portion Chaos aufziehen. Sie müssen alles erfahren: Mathe, Magie, Melancholie und Melonen. Oh, und jeden Samstag muss es ein Pizza-Festival geben.“
Friedrich konnte es kaum fassen. Das war der Plan! „Ein Pizza-Festival? Das ist… das ist unglaublich!“
Clara nickte. „Und das Wichtigste: Kein Fernseher im Wohnzimmer! Wenn sie schon das Leben kennen lernen, dann in voller Intensität. Das heißt: keine Ablenkung von der Realität – nur pure Erziehung durch Wahrheit und Abenteuer.“
Friedrich war begeistert. „Abgemacht! Wir werden die Welt mit einer Familie voller Magie und Pizza erobern!“
Clara grinste: „Kommen wir zum nächsten Punkt: Wann können wir den ersten Tanz wagen?“
Friedrich riss die Augen auf. „Tanzen? Oh… Sie meinen, um die Kinder zu begrüßen?“
Clara schüttelte den Kopf: „Nein, nein. Zuerst tanzen wir, dann kommen die Kinder. Wir müssen vorbereitet sein – das Chaos erwartet uns!“
Friedrich lachte, und ein wunderbares Gefühl der Euphorie breitete sich in ihm aus. „Ich wusste, dass du die Richtige bist! Wo, wenn nicht hier, können wir unser Leben mit fünf Kindern und einem Tanz beginnen?“
Clara blickte auf die Wände der Bibliothek, in die unendlich vielen Bücherregale. „Also gut. Aber der erste Tanz? Wir machen ihn in der Bibliothek, zwischen den Regalen, wo jede Geschichte beginnt.“
„In der Bibliothek! Ja!“ rief Friedrich, „Das ist perfekt! Wir tanzen zwischen den Worten, die die Welt geformt haben!“
Die Sonne schien plötzlich durch die Fenster, und für einen Moment schien der Raum in goldenes Licht getaucht. Und während Clara und Friedrich zwischen den Regalen tanzten, flogen die Bücherseiten wie kleine Papiervögel durch die Luft. Die Zukunft war geschrieben – in Tanz, Chaos und einer Portion Pizza.
RIEFUNKE
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