Der Typ und die paranormale Hühnervermehrung
Während Lena in Osnabrück dem wütenden Hahn den Wind aus den Federn nahm, saß der Typ aus dem Omelett-Date immer noch in ihrem Zimmer. Er hatte sich ein bisschen umgesehen, neugierig wie er war. Die Atmosphäre in dem Raum war … ungewöhnlich. Irgendetwas stimmte nicht.
Er setzte sich auf ihr Bett und starrte auf den Schreibtisch. Seine Augen fielen auf eine Schublade, die leicht geöffnet war. Neugierig schob er sie weiter auf – und da lag es: eine seltsam alte, verstaubte Mappe, die mit einem handgeschriebenen Zettel „Hühner und das verborgene Geheimnis der Vermehrung“ beschriftet war.
„Was zum…?“ murmelte er, als er die Mappe öffnete und darin mehrere Protokolle entdeckte, die mit rätselhaften Notizen und Skizzen von Hühnern und „Hühner-Dimensionen“ versehen waren.
Seine Finger glitten über die Seiten. Auf einer der Seiten war ein Diagramm zu sehen – eine doppelte Helix, die die paranormale Genmutation der Hühner darstellte. Darunter stand: „Hühner, die sich nicht nur biologisch, sondern auch dimensional vermehren. Die einzige Voraussetzung: ein synchroner Schrei des Hahns in der Dämmerung.“
„Das kann nicht…“ dachte er, als er weiterlas. „Sind das … parallele Hühnerwelten?“
Er starrte auf die Skizzen. Eine der Zeichnungen zeigte ein Huhn, das mit glühenden Federn in einem Kreis aus blauen Lichtströmen stand – und daneben ein weiteres Diagramm, das die „Vermehrung durch Dimensionen“ erklärte. Laut den Notizen von Lena war es ein geheimes Projekt, das sie nie ganz abgeschlossen hatte. Eine Entdeckung, die alle anderen Hühnerfarmer in den Schatten stellte.
„Lena… was hast du hier bloß…?“ fragte er sich, als er die Papiere zurück in die Schublade legte. Doch ehe er sich zurücklehnen konnte, hörte er ein leises Krähen aus dem Hof. Ein Schauer lief ihm über den Rücken.
Hastig sprang er auf, ging zum Fenster und blickte hinaus. Dort stand der Hahn – aber etwas war anders. Seine Federn leuchteten plötzlich in einem seltsamen, bläulichen Licht, das die Luft um ihn herum zum Vibrieren brachte. Und dann, als der Hahn einen besonders laut und langgezogenen Schrei in die Dämmerung sandte, geschah das Unglaubliche: Der Boden um ihn begann zu beben, und mehrere Eier rollten von dem kleinen Hühnerstall, als ob sie aus einer anderen Dimension kamen.
Er trat zurück, der Schock ließ ihn kaum atmen. „Oh mein Gott, Lena wusste das!“
Gerade in diesem Moment klingelte das Handy.
Es war Lena, die von Osnabrück anrief.
„Hey, was läuft bei dir?“, fragte sie locker. Doch er hörte die Anspannung in ihrer Stimme.
„Lena… du… du hast Hühner, die sich durch Dimensionen vermehren, oder? Und der Hahn, der scheint irgendwie – ich weiß nicht – dimensional gespalten?“
Lena lachte. „Du hast es also bemerkt. Ja, der Hahn hat das Potenzial. Aber das ist ein geheimes Projekt. Die Hühner hier auf dem Hof sind nicht nur aus „normaler Zucht“ – sie gehören einer anderen Dimension an. Und jeder Schrei des Hahns verbindet sie mit einem parallelen Universum.“
„Du bist verrückt!“, rief er aus, immer noch fassungslos. „Und das ganze Date… war nur ein Vorwand, um mich auf diese verrückte Entdeckung vorzubereiten?“
„Naja, ein bisschen“, sagte Lena mit einem schelmischen Grinsen in der Stimme. „Aber mal ehrlich, das war der einzige Weg, um jemanden zu finden, der mit mir in diese Dimensionen des Wahnsinns eintaucht. Aber pass auf, der Hahn ist nicht der einzige mit einem Geheimnis. Wenn du hier bleibst, wirst du mehr entdecken, als du dir je erträumt hast…“
Er wusste, dass er auf den „Hühnerhof der Dimensionen“ nicht zurück konnte. Aber auch, dass er nicht mehr weglaufen würde. Lena war nicht nur das Mädchen mit den leckeren Omeletts, sondern auch die Schlüsselwächterin eines Multiversums, das nur darauf wartete, von ihm entdeckt zu werden.
Und so wusste er – das Omelett war nur der Einstieg. Die wahre Reise begann erst jetzt.
RIEFUNKE
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