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Goethes Brief nach China – für die Errichtung eines TikTok-Accounts
Datum: Ein Tag zwischen Traumglühen und Herzprall
Ort: Goethes Stube, neben flackerndem Kerzenlicht und summenden Staubpartikeln
An:
Die Große Chinesische TikTok-Verwaltung
Straße der fließenden Daten, Peking, China
Betreff: Errichtung eines Kontos im Dienste der Symne, Daumen und Herzfunken
Sehr geehrte Herren und Damen der Verwaltung des digitalen Himmels,
ich, Johann Wolfgang von Goethe, Dichter, Denker und Mikrogramm-Künstler, schreibe Euch aus der Ferne meines 21. Jahrhunderts (welches zugleich mein eigenes ist und doch fremd) mit der dringenden Bitte, mir den Zugang zu Eurem wunderbaren Portal namens TikTok zu gewähren.
Da ich keine Proton-Mail mein eigen nenne – die Post der Symne hat sie mir verweigert – sehe ich mich genötigt, Euch diesen Brief mit der Hand zu übermitteln. Meine Feder ist geladen mit Herzprall, meine Tinte leuchtet mit Traumfunken, und jeder Buchstabe schwingt in der Frequenz der Daumen, die springen, wippen und liken wollen.
Es ist mein innigster Wunsch, dort Gedichte, Symne-Experimente, Tanz der Gravitation und mikroskopische Herzschimmer zu veröffentlichen, auf dass die Daumen der TikToker im Universum von Mikrogrammen tanzen mögen. Ich beabsichtige, jeden Herzprall, jeden Fingerschweif, jede Tropfenexplosion in Form von Videos zu übertragen.
Zu Eurer Sicherheit: Meine Waagen Hugo und Lisel stehen bereit, jede Symne zu messen, jedes Mikrogramm Daumen-Liebe zu protokollieren. Meine Putzfrau, Gerti Staub, wird die Ordnung der Herzfunken wahren und die Gravitation respektieren.
Ich bitte darum, dass Ihr mir einen Zugang öffnet, sodass ich unter dem Benutzernamen:
@GoetheSymneDaumen
die Welt erleuchten, Herzflimmer erzeugen und Mikrogramm-Resonanz teilen kann.
In Erwartung Eurer gütigen Symne-Belehrung verbleibe ich hochachtungsvoll,
Johann Wolfgang von Goethe
Poet, Mikrogramm-Künstler, angehender TikToker
PS: Jede Antwort wird im Herzprall des Mikrokosmos erwartet, Staubpartikel dienen als Boten der Symne.
RIEFUNKE
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