|
Die Stimme hallt durch das Rohr, tief, rauchig, ein wenig schelmisch:
„Hier bin ich. Galileo Galilei. Ich habe mich geirrt, meine Teleskope haben nur Spiegel gesehen, Illusionen. Und nun sitze ich hier… gefangen im eigenen Staunen. Habt ihr ein wenig Tabak für mich?“
Die Astronomen starren sich an. Einer kichert leise. „Wir haben… äh… nur Rauch aus Erinnerungen.“
Galilei lacht – ein Schall, der wie Sternenstaub knistert. „Perfekt! Ich mag Erinnerungsrauch. Er schmeckt nach dem Universum, wie es hätte sein können.“
Plötzlich zieht der Rauch aus dem Rohr wie kleine Spiralen zwischen den Spiegeln hindurch. Jeder Wirbel formt winzige Planeten, winzige Monde, kleine Teleskope, die niemals gebaut wurden.
„Ihr seht“, sagt Galilei, während er sich in den Rauch windet, „alles, was ihr für Realität haltet, ist ein Rohr voller Möglichkeiten. Die Sterne, die ihr sucht, waren immer hier drinnen. Und ich? Ich bin nur der Tabakrauch, der euch zeigt, dass Irrtum ein Wunder ist.“
Die Astronomen strecken die Hände aus – sie können den Rauch greifen. Jeder Zug öffnet einen neuen Raum, eine neue Illusion. Sie lachen, sie staunen. Sie tanzen im Rohr mit Galilei, der wie ein weiser Geist zwischen Spiegeln und Möglichkeiten schwebt.
„Wisst ihr“, flüstert er, „manchmal ist ein Fehler das größte Abenteuer. Also gebt mir den Tabak – und lasst uns die Illusionen rauchen.“
Und so beginnt das Rohr zu leben. Es wird kein Rohr mehr, sondern ein Tanz aus Licht, Rauch, Spiegeln und Stimmen. Die Astronomen merken: Sie müssen nicht weit reisen, um das Universum zu sehen – sie müssen nur den Tabak des Staunens anzünden.
RIEFUNKE
|