Bei Riefunke im Puff – Teil 2
Gegen halb drei in der Nacht knackte das Schloss des Hintereingangs. Ein mysteriöser Gast stieg aus dem Kofferraum eines glänzenden Luxuswagens. Um den Hals eine rostige Kette, das Gesicht halb verborgen unter einem schiefen Strohhut, die Hand fest um zehn zerknitterte Fünfzig-Euro-Scheine geklammert.
Die Putzfrau Staub leuchtete ihm mit der Taschenlampe den Weg, während die Puffmutter hinter der Bar nervös die Stirn runzelte. Kein Wort fiel. Der Gast bewegte sich wie ein Schatten durch den Flur, jeder Schritt ein Miniaturtheater aus leisen Schuhgeräuschen und raschelndem Geld.
Vier Stunden lang verschmolzen Zeit und Chaos. Der Gast verschwand zwischendurch hinter Vorhängen, unter Tischen, zwischen flackernden Neonlichtern. Jeder Schritt, jede Bewegung war ein Spiel aus Anonymität und Absurdistan.
Am Ende verließ er das Etablissement ebenso geheimnisvoll, wie er gekommen war. Die rostige Kette glänzte schwach im Neonlicht, die Scheine flatterten sanft, als würde das Geld selbst noch eine letzte, heimliche Show aufführen.
Die Puffmutter seufzte. „Nur bei Riefunke… nur hier passiert so etwas.“
RIEFUNKE
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