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Die Floholympiaden der Königsratten – Teil II
Die Königsratten-Ehefrau, hoch erhaben auf einem miniaturisierten Thron aus alten Kreditanträgen, schlug die Pfote auf den Tisch.
„Wir brauchen 5 Millionen Euro“, sagte sie.
„Für jede Stadt in Deutschland. Floholympiaden. Auf den Marktplätzen.“
Die anderen Ratten blinzelten benommen.
Immerhin hatten sie die ersten 2 Millionen schon in Rinderbraten mit Rosinen und feinsten Seelachs aus Norwegen mit französischem Dijon-Senf** verpulvert.
„Aber Floh-Olympiade… das klingt… visionär!“, miaute eine besonders elegante Ratte mit Monokel.
„Und profitabel, wenn die Bankprüfer glauben, dass Magnetfelder olympische Sprungleistungen erzeugen können.“
Die Königsratten-Ehefrau nickte.
„Wir brauchen Sponsoren. Wir brauchen Bühne. Wir brauchen… mehr Senf.“
Die Bank prüfte die Unterlagen.
Auf dem Papier sah es aus wie ein Hochsicherheitsprojekt für Biotechnologie, Olympische Spiele und Street-Food gleichzeitig.
Niemand wagte, die Ratten zu widersprechen.
Schließlich roch der Raum nach Norweger-Seelachs und französischem Dijon – und das ist die universelle Sprache des Überzeugens.
Der Plan war simpel:
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Jede Stadt bekommt ein Flohstadion.
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Mikromagnete unter jedem Flohbäuchlein.
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Unsichtbare Elektromagnete unter den Marktplätzen.
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Sprünge so hoch, dass selbst die Stadtkinder Staub schlucken.
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Presseberichte: „Deutsche Flöhe setzen neue Maßstäbe für olympische Sprungkraft.“
Die Ratten jubelten.
3 Tage Feier.
2 Tage Erholung.
Dann begann das Floh-Tournee-Management – mit Logistik, Catering (Seelachs & Dijon) und VIP-Sitzplätzen für besonders ambitionierte Flohkünstler.
Und die Bank?
„Hört sich absolut innovativ an“, schrieb der Prüfer in sein Notizbuch.
„Risiko? Minimal. Potenzial? Maximal. Seelachs? Unvergleichlich.“
In den Kanälen der Stadt schwammen bereits Gerüchte:
„Die Floholympiaden werden kommen.
Und wer nicht springt, wird disqualifiziert.
Oder wenigstens mit Dijon übergossen.“
RIEFUNKE
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