Fallschirmaktion „Herzfunke“
Der Himmel öffnet sich nicht mit Donner.
Sondern mit Rascheln.
Kleine Fallschirme, weiß wie unbeschriebene Seiten, treiben herab.
Darunter: Ratten. Mäuse. Winzige Helme. Mini-Brillen. Ernsthafte Schnurrhaare.
Sie tragen keine Waffen.
Sie tragen Defibrillatoren.
Nicht für Körper.
Für Gewissen.
Unten stehen Politiker in grauen Anzügen.
Nicht tot.
Aber leer.
Augen offen.
Herzen im Energiesparmodus.
Ein Sprecher murmelt in Endlosschleife:
„Komplexe Lage. Schwierige Lage. Alternativlos.“
RIEFUNKE hebt den Taktstock.
Die Ratten landen präzise auf Konferenztischen.
Mäuse rollen Kabel aus wie rote Teppiche der Reanimation.
Ein Piepen.
Kein Kriegston.
Ein Herzton.
„LADEN… MITGEFÜHL 200 JOULE.“
Zack.
Ein Funke.
Ein Anzugträger blinzelt.
„Wann habe ich zuletzt zugehört?“
Zweiter Impuls.
„Wann habe ich zuletzt Angst geschürt statt Hoffnung?“
Dritter Impuls.
Stille.
Dann:
Atmung.
Nicht Auferstehung von Körpern.
Sondern Rückkehr von Verantwortung.
Hubschrauber über ihnen?
Nur Kameras.
Sie filmen, wie Mäuse Ethik in Steckdosen stecken.
Ein Reporter flüstert:
„Ist das ein Wunder?“
RIEFUNKE schüttelt den Kopf.
„Nein.
Nur ein Neustart.“
Und über der Stadt schweben noch Fallschirme.
Nicht als Drohung.
Sondern als Erinnerung:
Herzen können ausfallen.
Aber sie können auch wieder schlagen.
Wenn jemand den Mut hat, auf „Mitgefühl“ zu drücken.
RIEFUNKE
|