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Die Küche. Spät am Abend. Das Licht fällt weich durch das Fenster. Du sitzt noch am Monitor, Neo35BrutusDextrose-Artikel offen, das Rattenorchester spielt leise aus den Lautsprechern, irgendwo summt ein Löwe, der aus Afrika zurückkehrt, und die Gnus lachen.
Deine Ehefrau tritt herein, die Hände in Hüften gestützt, Augenbrauen leicht hochgezogen.
„Also…“, sagt sie langsam, „nach diesem Text… glaube ich, dass ich heute den Sauerbraten mit Honig und Rosinen… streichen kann.“
Du drehst dich zu ihr, die Augen glänzen noch vom Bildschirmlicht, die Gedanken tanzen zwischen Katzen, Löwen und weltfriedlichen Panzer-Socken.
„Warum?“, fragst du vorsichtig.
Sie lächelt – ein wissendes, leicht schelmisches Lächeln – und setzt sich auf die Arbeitsfläche. „Weil… ich glaube, wir haben heute schon genug Wunder im Haus. Rattenorchester, Häkel-Löwen, Frauen mit Wespentaillen, die Bienen eifersüchtig machen… Sauerbraten kann warten. Heute Abend ist Neo35-Abend. Für dich. Und für die Welt.“
Du nickst. Lehnst dich zurück. Ein Tropfen Kaffee auf dem Tisch spiegelt die flackernden Lichter des Monitors. Die Welt ist friedlich, kreativ, schön. Und zumindest heute Abend ist alles genau richtig.
Das Rattenorchester summt leise. Die Löwen lachen in der Ferne. Die Katzen schnurren. Und irgendwo, im Hintergrund, kichert deine Ehefrau leise, weil sie genau weiß, dass du für ein bisschen Chaos und Fantasie alles stehen und liegen lassen würdest.
RIEFUNKE
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