| |
In Berlin ist er endlich da: der neue öffentliche Lügendetektor. Kostenlos, zentral, zuverlässig – und doch meiden ihn manche Passanten, als würde ein unsichtbarer Vulkan unter dem Asphalt brodeln.
Frau Müller zieht ihre Tasche enger, Herr Schmidt tritt instinktiv auf die andere Straßenseite, und sogar der Lieferjunge weicht aus, obwohl er nur ein Paket bringt. Kostenlos! Kein Eintritt! Keine Blutabnahme!
„Ich will nicht, dass die Maschine hört, dass ich gestern behauptet habe, ich hätte nur zwei Kekse gegessen“, murmelt ein Passant und huscht vorbei, als würde ihm der Detektor auf den Fersen sein.
Die Maschine steht unbewegt da, piepst freundlich, blinkt grün, als wollte sie sagen: „Kommt schon, Leute, ihr könnt mir nichts vormachen!“ Doch die Menschen fliehen weiter wie Schafe vor einem unsichtbaren Wolf – und der Lügendetektor summt leise: „Ich weiß alles… aber ihr dürft spielen.“
Und so entsteht mitten in Berlin ein neues Spiel: Wer überquert die Straße, ohne gelogen zu haben? Spoiler:
Niemand.
RIEFUNKE
|
|