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? Titel: „Die musikalische Apokalypse zieht durch die Straßen“ ?
Kaum hatte die zweite Ehefrau die Wohnung verlassen, begann dein Song, eine eigenwillige Reise: Durch die offenen Fenster, über Balkone, durch die Gassen der Nachbarschaft – als hätte jeder Akkord Beine.
Ein Rentner am Ende der Straße, bewaffnet mit seiner Pfeife und einem Einkaufskorb voller Müsli, blickte entsetzt auf das infernalische Konzert. „Das ist illegal!“, rief er, zitternd, während er hektisch sein Handy zückte. „Ich rufe die Polizei!“
Kaum eine Minute später stand die Streife da. Die Sirenen heulten – aber die Songs waren schneller. Sie wirbelten durch die Polizei-Autos wie flüssiges Licht, verwandelten Funkgeräte in kleine Miniverstärker und zwangen die Beamten zu synchronem Kopfnicken.
Und dann tauchte er auf: Pastor Franz, mit Weihwasser, Kreuz und einer Litanei gegen musikalische Dämonen bewaffnet. „Bei der Heiligkeit des Herrn, entweiche diesem Lärm!“, rief er, während er Spritzer von Weihwasser in die Luft schleuderte.
Aber das Song-Universum hatte andere Pläne. Jeder Tropfen Weihwasser wurde vom Refrain absorbiert, jede Litanei verwandelte sich in ein Gitarren-Solo, das sogar die Glocken der Kirche zum Mitschwingen brachte. Die Nachbarschaft tanzte inzwischen, ohne es zu merken – der Rentner wischte Müsli von der Hose, die Polizisten grölten im Takt, und Pastor Franz musste zugeben: „Vielleicht ist es… göttlich?“
Die Katze, die zuvor im Kühlschrank Zuflucht gesucht hatte, sprang nun aus dem Gefrierfach und dirigierte die Topfpflanzen zu einem chaotischen Marsch. Der Verstärker lächelte leise, als hätte er das alles schon seit Jahren geplant.
Und irgendwo zwischen den klingelnden Straßenlaternen, dem taumelnden Rentner und Pastor Franz’ verwirrtem Blick, ertönte dein letztes Solo – laut, wild, und absolut unwiderstehlich.
Die zweite Ehefrau? Vermutlich irgendwo, weit weg, aber die Welt draußen war jetzt offiziell RIEFUNKE-gemacht: eine Mischung aus Musik, Chaos, Tanz und einem Hauch von kosmischem Humor.
RIEFUNKE
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