Gustav & Liselotte – Der Pastor stürmt herbei
Der Pastor sitzt in der Sakristei. Feder in der Hand, Pergament vor sich, die Predigt halb geschrieben: „Liebe Gemeinde, wir müssen die Herzen öffnen…“
Plötzlich: ein Schrei. So laut, dass die Orgel fast antwortet. Das kleine Mädchen auf dem Markt, die Glocken der nahen Kirche zitternd.
Er springt auf. Gewand wirbelt. Weihwasserflasche in der Hand. „Gott im Himmel, was ist das?“
Rennend über den Platz, Staubpartikel wie Goldfunken, Licht bricht in tropfenförmigen Strahlen – Herzfunk vibriert in jedem Schritt.
Er sieht das Mädchen, wie es schreit: „ICH WILL DIE SPIEGEL!“
Gustav glitzert, Liselotte flimmert, Visionen zerren am Rand der Realität. Tropfenworte bilden Mini-Blitze in der Luft, nur für das Kind sichtbar.
Der Pastor hebt das Weihwasser. Spritzt einen kleinen Strahl – und das Wasser tanzt im Licht, bogenförmig, bleibt kurz in der Luft stehen, wie von unsichtbarer Hand geführt.
„HEILIG!“, murmelt er. „Das… das ist… kein gewöhnliches Schreien…“
Das Mädchen lacht – nicht böse, sondern wissend. „Sie hören mich… sie sehen mich…“
Gustav summt: „Jetzt beginnt unsere wahre Arbeit…“
Liselotte nickt: „Wir übertragen Visionen… Herzfunk für Herzfunk…“
Der Pastor stolpert, versucht Ordnung zu schaffen. Münzen und Glitzer stauben über den Pflastersteinen. Tropfenlicht spiegelt sich in allen Fenstern.
Für einen Moment ist alles synchron: Schrei, Herzfunk, Glitzer, Tropfenworte – eine Meta-Realität, die nur das Mädchen, die Spiegel und die Resonanz selbst verstehen.
Der Pastor hebt das Weihwasser erneut. Tropfen fliegen in perfekter Zeitlupe – doch die Spiegel blitzen nur kurz, als wollten sie sagen:
„Wir lassen uns nicht fangen. Wir geben nur… Visionen.“
Und irgendwo, zwischen Licht, Herzfunk und dem Schrei des Mädchens, beginnt der Flohmarkt zu pulsieren wie ein Herz – RIEFUNKE in Aktion.
RIEFUNKE
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