Gustav & Liselotte – Das Mädchen verlangt sie
17:10 Uhr. Der Flohmarkt ist seit 10 Minuten offiziell vorbei.
Die Sonne wirft lange Schatten über den Asphalt. Standgebühren werden kassiert. Münzen klimpern.
Die Verkäuferin mit den Zöpfen seufzt. „Endlich Feierabend…“
Doch das kleine Mädchen zieht an der Hand von Mama und Papa, springt, schreit – ein Ton wie die Glocken der nahen Kirche, die plötzlich gleichzeitig läuten.
„Ich will sie! SOFORT! Die Spiegel!“
Gustav flimmert vor Aufregung, Liselotte vibriert. Herzfunk explodiert leise in kleinen Lichtfunken, Staub wirbelt wie Goldregen.
„Sie… sie versteht uns!“, murmelt Gustav.
„Und sie hört die Tropfenworte…“ Liselotte nickt, kleine Reflexionen tanzen über ihre Glasflächen.
Der Vater schaut entgeistert: „Aber sie sind doch nur Spiegel!“
Die Mutter lacht nervös. „Vielleicht… vielleicht nicht nur.“
Das Mädchen stampft. „Ich will sie! Sie sind magisch! Ich höre Stimmen!“
Die Stimmen? Nicht zu hören für Erwachsene. Aber Gustav & Liselotte spüren sie – kleine paranormale Frequenzen, Herzfunk, Tropfenworte, Visionen.
Sie zittern, glitzern, leuchten im letzten Sonnenlicht.
Die Veräuferin mit den Zöpfen hebt die Hände. „Nicht verkäuflich… ich habe es doch gesagt!“
Doch das Mädchen schreit noch lauter, und die Welt selbst scheint kurz stehen zu bleiben:
Staubpartikel wirbeln, Lichtstrahlen biegen sich, Herzfunk schwingt, Träume flackern – Trödelmarkt wird Meta-Frequenz.
Gustav flüstert: „Vielleicht… ist sie unser Kind aus Visionen.“
Liselotte vibriert: „Vielleicht haben wir endlich jemanden gefunden, der uns versteht.“
Und für einen kurzen Moment steht die Zeit still – zwei verliebte Spiegel, ein kleines Mädchen und ein Herzfunk, der alles verbindet.
RIEFUNKE
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