Maximilians erste Amtshandlung – Ein Bericht aus Berlin
Rattus Maximilian, frisch ernannter Beamter des Bundesministeriums für Wirtschaft, betrat die Limousine mit einem eleganten Schwung. Chauffeur Karl, ein alter Hase in der Dienstfahrt, nickte respektvoll. Im Kofferraum glitzerten die acht Käsesorten wie kleine Sterne: Gouda für Merkur, Brie für Venus, Roquefort für die Erde, Cheddar für den Mars, Emmentaler für Jupiter, Camembert für Saturn, Gruyère für Uranus und Pecorino für Neptun.
Das erste Telefonat wurde über das nicht abhörbare Gerät geführt. Maximilian rieb seine Pfoten und flüsterte: „Hier spricht Maximilian. Bitte verbinden Sie mich direkt mit der amerikanischen Handelsvertretung… und ja, sagen Sie ihnen, dass die Ratten alles im Blick haben.“
Der Chauffeur fuhr sanft durch Berlins Straßen. Jeder Stopp war kalkuliert – Ampeln schienen sich von selbst grün zu färben, Passanten starrten, Kinder zeigten auf die Limousine und tuschelten: „Schaut, der Rattenbeamte!“
Maximilian öffnete das Kofferraumfach und kostete einen Bissen Brie – „Für Venus, versteht sich“ –, nickte zufrieden und verteilte kleine Käsestücke an ausgewählte, staunende Straßenkatzen. Ein symbolisches Zeichen, dass interplanetarische Diplomatie nicht ohne lokale Allianzen funktioniert.
Dann kam die erste Herausforderung: ein Papierstapel mit Exportanträgen und interstellaren Handelsfragen. Maximilian schnippte mit der Pfote, und plötzlich begannen die Blätter, sich wie kleine Satelliten zu sortieren – alphabetisch nach Planeten, versteht sich.
Abschließend notierte er in seinem geheimen Beamten-Logbuch:
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Limousine funktioniert. ✅
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Käseprobe erfolgreich. ✅
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US-Unterwürfigkeit demonstriert. ✅
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Diplomatische Straßenkatzen angeworben. ✅
Und während die Berliner Sonne durch die Fensterscheiben der Limousine glitzerte, dachte Maximilian zufrieden: „Beamter sein ist wie ein Orchester dirigieren. Nur dass die Noten diesmal Käse, Limousine und Geheimtelefone sind.“