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RIEFUNKE – Die Wiedergeburt unter dem Ehebett
Unter dem Ehebett schliefen sie. Nicht einfach Ratten. Sondern die Wiedergeburten der Pferde, die einst Napoleon abwarfen – jene legendären, trotzigsten Tiere, die ihm in der Schlacht den Weg streitig machten und ihn schließlich zum Kamillentee zwangen.
Friedrich, Staatsanwalt-Ratte, kniff die Pfote zusammen:
„Beweis: Wer unter dem Ehebett schlummert, ist nicht harmlos. Er trägt die Weisheit der Vergangenheit, die Verantwortung der Reiter und das Gedächtnis eines Kaisers.“
Emil, Richter-Ratte, zog die Brille zurecht:
„Napoleon bekam Rheuma, trank Kamillentee. Heute schlafen die Pferde in Rattenform und summen leise: ‚Nie wieder Krieg ohne Verantwortung.‘“
Lotte, Philosophin-Ratte, schnurrte:
„Unter dem Bett, in dunkler Wärme, wächst ein Orchester der Geschichte. Trommeln aus Hufen, Kontrabässe aus Schwanzwirbeln, Violine aus gereinigten Pferdezähnen – alles fließt in unsere Tropfen der Verantwortung.“
Sofie, ironische Ratte, schwang den Schwanz:
„Und ja, falls jemand die Geschichte anzweifelt: Die Kamille ist echt. Napoleon hätte alles für diese Ratten gegeben. Heute geben sie uns Lachen, Weisheit und gelegentlich: Sockenhäkelunterricht.“
Karl, skeptische Ratte, balancierte ein Reiskorn auf dem Rücken:
„Die Moral? Geschichte schläft unter unserem Ehebett. Vergangenheit in Rattenform, Zukunft in Tropfenform. Wer sie weckt, lernt, dass Macht, Verantwortung und Humor nicht trennbar sind.“
Und so summten sie, schliefen und träumten: Pferde, die Soldaten wurden, Kaiser, die Kamillentee schlürften, Ratten, die Panzer häkelten und die Welt leise, Tropfen für Tropfen, friedlicher machten.
RIEFUNKE – Episode „Unter dem Ehebett“: absurd, historisch, unvermeidlich.
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