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Die Nacht klebt wie ein leiser Schleier über der Stadt.
Traumglühen fällt durch die Gassen, tastet nach den Fenstern,
legt sich auf die Schultern derer, die noch wach sind.
Im Hinterhof prickelt Leibprickeln zwischen den Steinen,
Herzflimmer tanzt auf Kopfsteinpflaster,
Fingerschweif streicht durch geöffnete Türen,
trägt Mundraunen mit sich wie flüchtige Briefe.
Auf der Brücke sammelt sich Traumstille,
Traumfunken springen von Geländer zu Geländer,
Lichthauch spiegelt sich in Pfützen,
Leibraunen fließt in den Regen,
Herzprall schlägt gegen die Brust der Stadt.
Ein Kind lacht, Herzschimmer in den Augen,
Sehnsprall zuckt durch die Fingerspitzen,
Stimmhauch fliegt über Dächer,
nachtperlen glitzern auf Ziegeln,
traumraunen flüstert Geschichten,
die noch niemand hören wollte.
Leiseschwung legt sich über die Straße,
nachtfunken tanzen in Pfützenlicht,
Traumglanz verschmilzt mit Leibflut,
herzschweif bleibt an den Wänden haften,
fingerschein hinterlässt unsichtbare Signale,
und das traumschimmernde Herz der Stadt pulsiert weiter,
auch wenn niemand hinschaut.
Die Nacht atmet.
Wir atmen.
Alles ist flüssig, alles ist Licht, alles ist kurz –
und doch für immer spürbar.
RIEFUNKE
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