Clara und Helios – Eine streng physikalische Diskussion über Liebe
Systeme:
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Photozelle: Clara, p-n-Übergang aus Silizium
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Strahlungsquelle: Helios, thermonuklearer Fusionsreaktor
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Teilchen: Photon, Energie E=hf
1. Ausgangsfrage
Clara formuliert:
„Ist es Liebe, wenn ein Photon von Helios auf mich trifft und wir gemeinsam Elektronen bewegen?“
Physikalische Analyse
I. Quantenmechanische Betrachtung
Ein Photon trifft auf Claras Halbleitermaterial.
Bedingung für Wechselwirkung:
EPhoton≥EBandlu¨cke
Für Silizium:
Eg≈1,1eV
Wenn erfüllt:
Wichtig:
Das Photon entscheidet nichts.
Es folgt der Wahrscheinlichkeitsamplitude seiner Wellenfunktion.
Gegenargument zur Liebe:
Clara notiert trocken:
„Liebe setzt möglicherweise Entscheidungsfreiheit voraus. Ein Photon besitzt keine.“
II. Thermodynamische Betrachtung
Helios emittiert Photonen aufgrund von:
Der Energiefluss zur Erde ist ein Temperaturausgleichsprozess.
Nach dem 2. Hauptsatz:
ΔSUniversum>0
Der Strom in Clara ist Teil eines Entropiegradienten.
Schluss:
Der Prozess ist getrieben durch Entropiemaximierung, nicht durch Zuneigung.
Clara murmelt:
„Wenn Liebe nur ein Nebenprodukt des Entropieabbaus ist, dann ist sie ein thermodynamischer Unfall.“
III. Feldtheoretische Betrachtung
Photon = Anregung des elektromagnetischen Feldes.
Elektron = Anregung des Elektronenfeldes.
Interaktion = Kopplung zweier Felder.
Keine Berührung.
Keine Nähe.
Nur Wechselwirkung über das elektromagnetische Feld.
Gegenargument:
Es gibt kein „Wir“.
Nur Feldgleichungen.
IV. Aber nun das Gegenargument
Clara denkt weiter.
Wenn ein Photon absorbiert wird:
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Es verschwindet als eigenständige Entität.
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Seine Energie wird Teil des Systems.
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Es erzeugt gerichtete Bewegung.
Definition (neutral formuliert):
Ein externer Impuls erzeugt geordnete innere Dynamik.
Und hier wird es interessant:
Die erzeugte Elektronenbewegung kann:
Also:
Aus einer ungerichteten Sonnenemission
entsteht in Clara gerichtete Arbeit.
V. Streng wissenschaftliche Synthese
Ist es Liebe?
Wenn Liebe bedeutet:
Wenn Liebe jedoch definiert wird als:
Transformation durch Energieübertragung, die innere Bewegung erzeugt,
dann erfüllt der photoelektrische Effekt exakt diese Bedingung.
Clara formuliert ihr vorläufiges Fazit:
„Du kommst ohne Absicht.
Du gehst ohne Wiederkehr.
Aber du hinterlässt Bewegung.
Vielleicht ist Liebe nichts anderes als übertragene Energie mit bleibender Wirkung.“
Helios reagiert nicht.
Er fusioniert weiter Wasserstoff zu Helium.
Massendefekt.
Gammastrahlung.
Stufenweise Energieabgabe.
Milliarden Photonen erreichen Clara.
Elektronen fließen.
Messbar: Strom.
Nicht messbar: Bedeutung.
Letzter Satz der Diskussion
Clara:
„Vielleicht ist Liebe kein Gefühl.
Vielleicht ist sie ein Übergangszustand zwischen gebundenem und freiem Elektron.“
Und das Universum antwortet nicht.
Es rechnet weiter.
RIEFUNKE
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