Der Herr aus der hintersten Schlange brüllt: „Hier ist das Geld für eure Baldriantropfen! Und jetzt sofort Reinigungszeug für meine Zahnprothese!“ Er fuchtelt wild mit der Prothese in der Luft, als wolle er sie gleichzeitig reklamieren und verteidigen. Münzen – kleine und große – klirren über den Boden, rollen unter Stühle, prallen gegen Regale.
Ein Kind in der Nähe lacht unverfroren: „Mama, er hat keine Zähne!“
Die Mutter schnappt nach Luft, halb empört, halb belustigt. „Ja, Schatz… und mir fehlt oben auch ein Zahn“, sagt sie und zeigt auf ihre eigenen Lücken.
Nico hebt die Hände, versucht Ruhe zu stiften, während Lara noch immer singend Kaffee kocht: „Seht ihr, selbst ohne Zähne lässt sich das Leben genießen. Baldriantropfen können da helfen… oder einfach ein bisschen Gelassenheit.“
Die Münzen glitzern auf dem Boden, das Kind lacht noch einmal, und für einen Moment – mitten im Chaos – scheint das Lachen alles andere zu übertönen. Selbst der alte Herr in Rage bleibt kurz stehen, seine Prothese wackelt bedrohlich, als würde sie ihm zustimmen: „Vielleicht ist das alles gar nicht so schlimm.“
Die Apotheke riecht nach Kaffee, ein Hauch Baldrian liegt in der Luft, und zwischen fuchtelnden Prothesen und fliegenden Münzen beginnt ein seltsames Gleichgewicht zu entstehen.
RIEFUNKE