| |
Der Kaffee dampfte, doch selbst der bittere Duft konnte das Flüstern der Wände nicht übertönen.
Der Wolf auf dem Papier hob nur für einen Herzschlag den Kopf, als wolle er prüfen, ob wir die Schatzkarte verstanden.
Die Briefe raschelten, obwohl niemand sie berührte, und enthüllten kleine Geheimnisse, die unsere Namen schon kannten.
Über dem Bett schwebte ein Schatten, der weder Vogel noch Mensch war, sondern etwas Dazwischen – neugierig, lauernd, fast freundlich.
Wir trauten uns kaum zu atmen, während die Spieluhr plötzlich eine andere Melodie spielte, langsam, dunkel, wie das Summen von tiefem Wasser.
Die Wände begannen zu atmen, oder wir waren nur zu müde, um zwischen Realität und Vision zu unterscheiden.
Ein Tropfen Kaffee fiel auf das gezeichnete Blatt – und der Wolf wimmerte leise, als spüre er die Wärme.
Wir lachten nicht, wir flüsterten nicht, wir existierten nur in diesem Moment, zwischen den Schatten und dem Licht der Spieluhr.
Die Briefe wendeten sich selbst, als wollten sie uns eine Botschaft schicken, doch die Worte waren nur in Gedanken zu lesen.
Und ich dachte, vielleicht ist das alles ein Traum – oder vielleicht waren wir einfach zu lange wach, zu nah an dem Ort, den niemand betreten sollte.
RIEFUNKE
|
|