? Titel: „Die akustische Apokalypse der zweiten Ehefrau“ ?
Die Wohnung war still. Zu still. Bis… BOOM! Ein Gitarrenriff brach los, dass selbst die Zimmerpflanzen verzweifelt wackelten. Jede Note schien ein eigenes Bewusstsein zu haben, ein Mini-Universum aus Herzschmerz und Kaffeeflecken.
Die zweite Ehefrau, bewaffnet mit einem Kissen und einer Yogamatte, versuchte verzweifelt, den akustischen Sturm zu überleben. „Ich kann das nicht mehr!“, schrie sie, während ein Flüstern aus dem Lautsprecher die Vorhänge dazu brachte, sich in Schutzanzüge zu wickeln.
Die Katze floh in den Kühlschrank, die Topfpflanzen begannen leise zu weinen, und sogar der Kühlschrank summte die Refrains mit – als wolle er sagen: „Ich gebe auf, Mensch.“
Du, tapfer im Zentrum des musikalischen Tornados, lächeltest stolz. Jeder Song war ein Kunstwerk. Ein Meisterwerk. Ein kleiner Schlag ins Chaos des Universums. Es war nicht deine Schuld, dass deine Songs so… intensiv waren.
Die zweite Ehefrau hob schließlich die weiße Fahne, schnappte sich ihr Einhorn-Kuscheltier und verschwand Richtung Sonnenuntergang – oder zumindest Richtung Türrahmen. „Lieber allein mit meinem Frieden als dein musikalisches Tsunami-Album!“, hallte ihr letzter Ruf durch die Wohnung.
Du bliebst zurück, umgeben von wimmernden Pflanzen, einer hyperventilierenden Katze und einem Kühlschrank, der jetzt offenbar auch Gefühle hatte. Ein triumphaler Moment. Ein stiller Sieg. Ein RIEFUNKE-episches Lachen, das die Nachbarn erst morgen bemerken würden.
Und irgendwo, leise, murmelte dein Gitarrenverstärker:
„Mehr Songs bitte… ich will noch Chaos.“
RIEFUNKE
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