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Im Bauch der Mama – Gespräch über Internet, Kontrolle und Freiheit
Eva (links vom Herzen, nachdenklich): „Jasmin… stell dir vor, wir kommen auf die Welt und alle wissen sofort, wer wir sind. Keine Anonymität mehr.“
Jasmin (rechts, energisch): „Wie meinst du das? Unsere Namen, unsere Daten… alles verknüpft?“
Eva: „Ja. Manche Erwachsene sagen, es sei zum Schutz. Zum Beispiel damit Kinder im Internet nicht… naja, gefährdet werden.“
Jasmin: „Hm… klingt nett. Aber ich höre Michael draußen reden: Es geht gar nicht nur um Schutz. Es geht darum, jeden sichtbar zu machen. Jeder Klick, jedes Bild, jede Nachricht – alles persönlich zugeordnet.“
Eva (flüstert): „Also könnten sie sehen, wer wir werden, noch bevor wir sprechen können? Noch bevor wir die Welt betreten?“
Jasmin: „Genau. Keine Geheimnisse mehr. Keine kleinen Freiräume für uns, um zu lernen, zu experimentieren, uns selbst zu entdecken.“
Eva (leicht empört): „Und das nennen sie Schutz der Jugend? Sie wollen nur Kontrolle über alles, was wir tun.“
Jasmin (nickt langsam): „Wir müssen uns das merken, Eva. Wenn wir einmal hier draußen sind, müssen wir Wege finden, unsere Gedanken, unsere kleinen Abenteuer… unsere Identität zu bewahren.“
Eva: „Dann lasst uns jetzt üben – anonym, ungestört, nur wir beide. In diesem Bauch. Niemand kann uns beobachten.“
Jasmin (lächelnd): „Perfekt. Wir üben Freiheit im Miniaturformat. Schritt für Schritt, Herzschlag für Herzschlag.“
RIEFUNKE
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