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Professor Hawthorne trat vor, das Chaos spiegelte sich in seinen Augen. „Verdunkelt den Raum!“, befahl er. Hände zitternd, aber entschlossen, entzündete er eine einzige Kerze, deren flackerndes Licht die Wände nur schwach erhellte.
Das Mädchen, zuvor stumm vor Schreck, trat in die Mitte des Labors. Ihr Atem ging schnell, Herz klopfte – doch etwas in ihr nahm die Führung auf. Langsam hob sie die Hände, Augen halb geschlossen, und konzentrierte sich.
Und dann geschah es: der Schatten der Kerze begann zu tanzen, zu wirbeln, als hätte er eigenes Bewusstsein. Unterirdische Rohre und Apparaturen reflektierten das Licht auf seltsame Weise, und die Schatten verschmolzen zu seltsamen Figuren, die über die Wände glitten.
Die Ratten schrien kleine, triumphierende Töne, die Maus nickte kurz anerkennend. Selbst der schleimige Tropfen auf dem Bildschirm begann leicht zu glitzern, als hätte er die paranormale Kraft gespürt.
Professor Hawthorne wagte kaum zu atmen. „Sie… sie bewegt den Schatten!“, flüsterte er. „Paranormale Resonanz… genau wie wir es vorhergesehen haben… nur… viel stärker.“
Das Mädchen lächelte. Nicht ängstlich, nicht triumphierend – einfach wissend. Der Raum schien für einen Moment still zu stehen. Alles Schleimige, Klebrige, Chaos – es wirkte, als sei es gebändigt.
Und dann, ohne weitere Anweisungen, ließ sie die Hände sinken. Die Schatten glitten zurück, verschwanden. Stille. Ein Tropfen aus der Kerze fiel – und das Labor atmete kollektiv auf.
Der Professor schrieb eilig: „Das war der Schuss aller Texte.“
Die Ratten zwitscherten, die Maus kritzelte eine letzte Notiz. Alles Weitere, so schien es, lag nun in den Händen der Leser. Wer die Geschichte weiterdenken will, kann die Lücken füllen, die Schatten weiter tanzen lassen, und die paranormale Ordnung selbst interpretieren.
RIEFUNKE
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