Der Geldverdienertrick
Die Flöhe sprangen.
Aber nicht hoch genug.
„Vision braucht Physik“, sagte die Königsratte kühl.
Also begann Phase Zwei.
Unter den winzigen Bäuchen der Flöhe wurden Mikromagnete befestigt – kaum sichtbar, federleicht, „nur zur Stabilisierung“, wie es im internen Memo hieß.
Unter dem Tisch des Flohkarussells – unsichtbar für Publikum und Bankprüfer – war ein kräftiger Elektromagnet montiert.
Versteckt hinter einem Schild:
„Achtung: Wartung – Nicht berühren.“
Wenn der Strom eingeschaltet wurde,
zogen die Magnetfelder die Flöhe nach oben –
zack!
Sie schossen in die Höhe wie Wunderwesen der Mikro-Ökonomie.
Das Publikum staunte.
„Unglaubliche Sprungkraft!“
„Reine Natur!“
„Disruptiv!“
Die Bankprüfer nickten beeindruckt.
„Biologische Performance auf Spitzenniveau.“
Einer schrieb in sein Klemmbrett:
„Skalierbares Modell.“
Die Königsratte lächelte zufrieden.
Sie drückte mit der Pfote diskret auf einen kleinen Schalter unter dem Tisch.
Hoch.
Runter.
Hoch.
Runter.
Jeder Sprung ein Wunder.
Jedes Wunder ein Argument.
Jedes Argument ein weiterer Investitionsstrom.
Im Hauptgulli flüsterte man ehrfürchtig:
„Das ist kein Karussell.“
„Das ist Kapitalismus mit Magnetfeld.“
Doch dann – ein Problem.
Ein besonders neugieriger Floh blieb oben kleben.
Stille.
Das Magnetfeld summte.
Die Bankprüfer runzelten die Stirn.
Die Königsratte lächelte weiter.
Sehr ruhig.
Sehr professionell.
„Performance-Kunst“, sagte sie.
„Der Floh hinterfragt gerade die Gravitation.“
RIEFUNKE
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