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RIEFUNKE – Eveline und das Glocken-Desaster
Die Nacht war still, bis Eveline, die kleine Maus, einen Rückfall erlitt. Ein Tropfen zu viel Rotwein, ein Moment der Unachtsamkeit – und plötzlich stürzte sie von der Kanzel.
Beim Aufprall aktivierte sie die Kirchenglocken, die sofort begannen, unaufhaltsam zu läuten. Ein Lärm, der die Sterne zum Zittern brachte, den Takt der Ratten, die Tropfen auf dem Klavier und selbst die stillen Pipetten im Labor durcheinanderwirbelte.
Der Pastor griff verzweifelt zum Handy: „Bischof! Sofort kommen – es ist ein Wunder… oder ein Desaster… ich weiß es nicht!“
Stunden später erschien der Bischof, in Mitten des halben Dorfes, das sich inzwischen vor der Kirche versammelt hatte. Er kniete nieder, die Maus zitternd auf dem Marmorboden, und begann ein Gebet, das gleichzeitig beruhigte, beschwor und das Chaos würdigte.
Die Presse hatte bereits Wind bekommen. Kameras klickten, Mikrofone summten, Reporter starrten auf Eveline, die sich zwischen Weihwasser, Miniflöten und Glockenklang aufrichtete – eine kleine Heldin, ein schwarzes Schaf, ein Tropfen Verantwortung in der Form einer Maus.
Die Glocken summten weiter, doch nun mit einem Hauch von Respekt. Das Dorf staunte. Die Ratten nickten. Das Universum hielt kurz den Atem an.
RIEFUNKE
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