Kapitel 5: Galileo im Wasserwirbel
Plötzlich brach ein Krachen durch das Rohr, begleitet von einem nassen Platschen. Eine Stimme hallte, rauchig, empört und ein wenig entrüstet:
„Ihr Dümmlinge! Ich bin völlig nass! Wäre fast ertrunken, meine Pfeife ist erloschen, und jetzt brauche ich dringend ein Handtuch – und ein Feuerzeug!“
Die Astronomen starrten auf das Rohr. Zwischen den glitzernden Wasserplaneten tauchte tatsächlich Galileo Galilei auf, tropfnass, mit schiefem Hut und einem kleinen, erloschenen Pfeifenstummel zwischen den Lippen.
„Ihr habt kein bisschen Rücksicht genommen!“ schimpfte er, während er sich schüttelte und Wasserfontänen in alle Richtungen spritzten. „Ich war ein Meister der Sterne, nicht der Badewannen! Und jetzt? Jetzt tanze ich im nassen Rauch eurer Möglichkeiten!“
Die Praktikantin kicherte. „Aber Meister Galileo, das Rohr hat uns doch gezeigt, dass alles möglich ist… sogar Wasserplaneten!“
Galilei funkelte mit nassen Augen, dann schnaubte er. „Ha! Möglich, ja – aber nicht ungefährlich! Wer taucht schon freiwillig ein Teleskop in kosmische Badewannen?“
Mit einem theatralischen Schwung seines tropfnassen Umhangs sprang er zwischen den Spiegeln des Rohrs hindurch. Jede Bewegung erzeugte glitzernde Spritzer, die sich sofort in kleine Mini-Planeten verwandelten. Jedes Mal, wenn er lachte, flackerten die Sterne im Rohr, als würden sie kichern.
„Handtuch! Feuerzeug! Und noch einmal: Wer bringt mir endlich einen Zigarillo?“ rief er, während die Astronomen verzweifelt versuchten, Wasserplaneten einzufangen, die sich wie lebendige Glibberwesen zwischen den Spiegeln drehten.
Und so begann der Tanz: Galileo, tropfnass und grummelnd, zwischen Sternen aus Badewasserschaum, die Astronomen, lachend, spritzend und ihre eigenen Mini-Kosmen erschaffend, und das Rohr, das plötzlich mehr wie eine Bühne für Irrsinn, Staunen und nasses Chaos wirkte als ein Teleskop.
RIEFUNKE
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