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FARBENLIEBE – EPILOG: DER ATEM DES LEEREN RAUMS
Nach dem Kollaps, nach dem Farborgasmus, nach Schwarz und Weiß – blieb nur Stille.
Die 18 Kinder schweben in einem Schwebezustand, jeder Zustand gleichzeitig, keiner endgültig. Blau fühlt das Gewicht aller Entscheidungen, Violett erkennt jede Möglichkeit, Tiefrot ruht still wie ein Herzschlag im Nichts. Grün beobachtet, lächelt sanft, wie ein Vermittler, der nichts mehr vermitteln muss.
Und dann geschieht etwas Unglaubliches:
Ein leichter Farbwind flüstert durch den leeren Raum. Kein Spektrum, keine Wellenlänge – nur das Gefühl von Sein. Ein Atemzug des Universums, der alles zusammenhält, auch wenn nichts sichtbar ist.
Die Kinder spüren ihn. Sie lächeln ohne Lippen, ohne Augen. Blau atmet auf. Violett findet Ruhe im Chaos. Tiefrot pulsiert sanft, und Grün wird zur Brücke, ohne etwas zu erzwingen.
Und irgendwo im Hintergrund – dort, wo zuvor Licht Fragen stellte – erklingt ein leises Lachen. Kein Chaos, keine Regeln, kein Gericht. Nur ein Moment purer Existenz.
Es ist kein Ende. Es ist kein Anfang. Es ist die Pause zwischen den Farben, in der alles möglich ist.
Und in dieser Pause, still und voller Atem, spüren alle: Es war nie nur Farbe. Es war immer Leben
RIEFUNKE
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