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RAINY DAYS
Mara.
Elias.
Sie stehen im Regen, als hätte der Himmel vergessen, wie man aufhört.
Nicht nass –
überflutet von etwas, das keinen Namen braucht.
Mara lacht, aber das Lachen zerbricht sofort wieder im Wasser.
Elias schaut sie an, als würde er sie zum ersten Mal sehen und gleichzeitig zum millionsten Mal verlieren.
Der Regen fällt nicht.
Er passiert.
Und in diesem Passieren geschieht etwas Unmögliches:
die Luft wird weich vor Gefühl, zu schwer für Gedanken, zu hell für Erinnerungen.
Ein Blitz zieht durch die Stadt –
nicht oben am Himmel, sondern zwischen ihren Blicken.
Alles, was fest war, löst sich auf.
Alles, was sicher schien, beginnt zu glühen und dann zu verschwinden.
Mara hebt ihr feuchtes T-Shirt.
Das Wasser darin ist kein Wasser mehr, sondern Nähe, gesammelt aus allem, was der Himmel nicht halten konnte.
Sie trinken.
Elias zuerst.
Dann Mara.
Und es schmeckt nach keinem Ort, den man benennen könnte –
nur nach „du bist da“.
Die Stadt verliert ihre Kanten.
Straßen werden zu Atemzügen.
Fenster zu offenen Augen.
Ein zweiter Blitz.
Länger. Tiefer. Stiller.
Mara lehnt sich an ihn, als würde sie in einen Satz fallen, der nie zu Ende gesprochen wurde.
Elias hält sie nicht fest –
sie fallen einfach nicht auseinander.
Der Regen hört nicht auf.
Er lernt nur, anders zu fühlen.
Und irgendwo in diesem endlosen Tropfenraum
versteht niemand mehr, wo Körper aufhören
und Nähe beginnt.
Nur Mara.
Nur Elias.
RIEFUNKE
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