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RATTENVORSTAND RIEFUNKE – ANTWORTSCHREIBEN AN SENATSVERWALTUNG BERLIN
Aktenzeichen: RF/RAT-PLENUM/26
Sehr geehrte Damen, Herren und alle, die Mikrofone lieben,
wir, der Rattenvorstand von RIEFUNKE, nehmen den Vorschlag der Senatsverwaltung mit dankbarer Skepsis zur Kenntnis und erklären hiermit unsere Bedingungen:
- Zustimmung unter Vorbehalt
Wir akzeptieren die vorgeschlagene Pilotphase und die modulare Verhüllung der Plenumsmikrofone.
- Vorbehaltliche Sonderrechte
Gleichzeitig behalten wir uns das Recht vor, jederzeit und in unregelmäßigen Abständen in die Mikrofone zu piepsen, sofern Themen von überregionaler Wichtigkeit auftauchen, insbesondere:
- Waffenbestellungen
- Gehaltserhöhungen der Parlamentarier
- Jede Form von nicht-transparenter Entscheidung, die unser Ratteninteresse berührt
- Plenarsitz-Unterwanderung
Wir weisen darauf hin, dass wir dauerhaft unter den Stühlen residieren, beobachten und auditieren. Jede Bewegung, jedes Rascheln und jede Entscheidung wird von uns kommentiert, interpretiert und gegebenenfalls mit Symne-Klang akustisch unterfüttert.
- Ästhetische Anmerkung
Unsere Piepsungen sind nicht nur kommunikativ, sondern auch künstlerisch intendiert. Wir empfehlen, sie als subtilen Kommentar im Riff der Demokratie zu hören, nicht als Störung.
- Nicht verhandelbare Klausel
Versuche, uns von unseren Stühlen zu vertreiben, werden als Angriff auf künstlerische Freiheit gewertet. Wir haben Erfahrung im Untergrund und in der Kunst des raschelnden Widerstands.
In Erwartung einer fruchtbaren Pilotphase, in der sowohl Verwaltung als auch Ratten lernen, dass Mikrofone nicht nur sprechen, sondern auch gelauscht werden wollen, verbleiben wir mit pulsierendem Schwanz und wachem Ohr:
RIEFUNKE – Vorstand des Rattenorchesters
Unter den Plenarsitzen Berlins,
in observierender Symne
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