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LIO sitzt auf dem Stuhl, die Beine baumeln über den Asphalt. Sein Blick ist ernst, wie der eines kleinen Generals. Der Bürgermeister, tadellos gekleidet, biegt sich leicht vor, der Schlüssel in der Hand.
LIO (energisch): „Mach den Kofferraum auf! Wo warst du so lange?“
BÜRGERMEISTER (leicht verlegen, aber feierlich): „Ich… äh… ich musste erst das Parlament beruhigen, die Verkehrsbetriebe informieren und…“
LIO (unterbricht, mit dem Finger wackelnd): „Aber Schokolade ist wichtig! Die Stadt kann nicht ohne Schokolade regiert werden.“
Die Bürgermeistertasche öffnet sich, und tatsächlich: ein Kofferraum voller Schokolade, ordentlich gestapelt, duftend, glänzend wie Gold. LIO streckt die Hände aus, Augen leuchten.
BÜRGERMEISTER: „Nun gut, kleiner Mann… die Macht der Schokolade ist unbestritten.“
LIO (entschlossen, wie ein Staatsoberhaupt): „Ab jetzt wird jeden Freitag Schokoladenkontrolle sein. Alle Autos müssen duften!“
Die Politesse, die heimlich zugesehen hat, nickt anerkennend. Der Regen beginnt sanft zu fallen, als wollte er applaudieren. LIO hält den Schirm über den Kofferraum und lächelt: „Papa… der Regen macht unser Auto sauber… und die Schokolade glänzt noch mehr.“
Papa schaut LIO an, Mama bringt den Stuhl zurück ins Wohnzimmer, und irgendwo in Mönchengladbach geht ein kleiner vierjähriger Junge als Schokoladen-Gouverneur in die Geschichte ein.
RIEFUNKE
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