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SENATSVERWALTUNG FÜR KUNST UND ÖFFENTLICHE GESTALTUNG BERLIN
Referat: Kurioses & Experimentelle Interventionen
Datum: 18. Mai 2026
Aktenzeichen: KOG/EXP-99-RF/2026
Betreff: Antwort auf den Antrag des Rattenorchesters RIEFUNKE zur temporären Verhüllung der Plenumsmikrofone
Sehr geehrter Rattenvorstand, sehr geehrtes Rattenorchester,
wir danken Ihnen für Ihren Antrag vom 18. Mai 2026, in dem Sie die Verhüllung der Plenumsmikrofone im Berliner Abgeordnetenhaus für vier Jahre beantragen.
Nach sorgfältiger Prüfung teilen wir Ihnen Folgendes mit:
- Anerkennung der künstlerischen Absicht:
Wir erkennen die Ambition Ihres Orchesters an, politische Kommunikation in multisensorische Ereignisfelder zu transformieren. Die Idee, Mikrofone als Medium für akustische Symne-Beschichtungen zu nutzen, wurde von der Verwaltung mit Interesse zur Kenntnis genommen.
- Verwaltungstechnische Bedenken:
Aufgrund der aktuellen rechtlichen, sicherheitstechnischen und akustischen Auflagen ist eine vollständige Verhüllung der Plenumsmikrofone über einen Zeitraum von vier Jahren nicht genehmigungsfähig. Insbesondere bestehen folgende Einschränkungen:
- Gewährleistung der parlamentarischen Funktionsfähigkeit
- Einhaltung der Sicherheits- und Brandschutzvorschriften
- Protokollpflichtige Tonaufzeichnungen müssen jederzeit zugänglich sein
- Alternativvorschlag:
Die Verwaltung ist bereit, in Kooperation mit Ihrem Orchester zeitlich begrenzte und modulare Verhüllungen zu ermöglichen:
- Dauer: maximal 2 Stunden pro Plenarsitzung
- Umfang: künstlerische Hüllen, die akustisch neutral bleiben
- Integration: Rückkopplung von Symne kann in separaten Klangräumen außerhalb des Plenarsaals erfolgen
- Pilotphase und Evaluierung:
Eine Pilotphase von drei Monaten wird vorgeschlagen, in der die Interaktion zwischen Rattenorchester und Plenum getestet wird. Nach Abschluss der Pilotphase entscheidet die Senatsverwaltung über mögliche Erweiterungen des Projekts.
- Formelle Auflage:
Das Orchester verpflichtet sich, die Mikrofone jederzeit zugänglich zu halten und die künstlerische Verhüllung so zu gestalten, dass keine parlamentarische Kommunikation beeinträchtigt wird.
Wir freuen uns auf eine kreative, wenn auch eingeschränkte Zusammenarbeit und bitten das Rattenorchester, einen detaillierten Plan für die Pilotphase einzureichen, inklusive Sicherheits- und Interaktionsprotokoll.
Mit etwas irritiert-künstlerischen Grüßen,
Im Auftrag der Senatsverwaltung für Kunst und öffentliche Gestaltung Berlin
- L. Schreiber, Referat Kurioses & Experimentelle Interventionen
- B. Fuchs, Leitung Sonderprojekte
- A. Krämer, Sicherheit & Logistik
RIEFUNKE – Notiert: „Zugänglich, aber nicht vollständig verhüllt“
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