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Lio steht am Fenster, die Finger gegen die Scheibe gepresst. Draußen plätschert der Regen leise auf das Pflaster.
Lio: „Papa… der Regen… der kommt von oben, oder?“
Ben: „Ja, genau, Lio. Er fällt vom Himmel.“
Lio kichert. „Aber… kommt er von den vielen weißen Punkten da oben, in der Nacht? Von den Sternen?“
Ben lächelt und setzt sich neben ihn. „Die Sterne sind Licht, Lio. Sie sind weit weg und schlafen eigentlich die ganze Zeit. Der Regen… na ja, der ist ein bisschen wie ihre kleinen Tränen, nur dass sie nicht von den Sternen fallen, sondern aus Wolken hier bei uns.“
Lio runzelt die Stirn. „Wolken… die können weinen?“
Ben: „Ja, so kann man es sich vorstellen. Wenn sie genug Wasser gesammelt haben, lassen sie es fallen, und dann entsteht Regen. Manchmal ein leiser Tropfen, manchmal ein richtig lauter Schrei von Tropfen.“
Lio nickt, als ob er es verstanden hätte. Dann schaut er wieder nach oben, wo die grauen Wolken ziehen. „Papa… vielleicht sind die Wolken die Babys der Sterne. Und sie weinen, damit die Erde lachen kann.“
Ben lacht leise. „Das könnte sein, Lio. Und jedes Mal, wenn es regnet, lachen wir ein bisschen mit.“
RIEFUNKE
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