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Einstein stapfte also auf den schwebenden Spiralen von Aeonara, die unter seinen Füßen wie flüssiger Bernstein pulsierten. Jede Bewegung erzeugte kleine Wellen von Licht, die die Luft wie funkelnde Gläser durchdrangen.
Plötzlich hörte er ein leises Summen – wie das Flüstern eines alten Radios, das Jazz sendet, aber nur auf einer Frequenz, die zwischen den Dimensionen schwebt. Vor ihm materialisierte sich ein Wesen: halb Luminide, halb Chronoflüsterer. Seine Augen glühten wie kleine Sonnen, und aus seiner Haut schossen zarte Lichtfäden, die Notenblätter aus der Luft webten.
„Ah, der berühmte Herr Einstein“, sagte das Wesen, seine Stimme klang wie ein Akkordeon, das in Wasser gefallen war. „Wir haben gehört, dass Sie Ihren Rasierapparat verloren haben. Ein häufiger Fehler bei interdimensionalen Wiedergeburten.“
Einstein runzelte die Stirn. „Ja, ich… ich wollte wieder auf der Erde sein. Oktober, Blätter, kühle Luft… Aber dieser Rasierapparat – ich brauche ihn, sonst fühle ich mich unvollständig.“
Das Wesen schwebte näher, ließ die Notenblätter auf Einsteins Händen tanzen. „In Aeonara ist kein Rasierapparat wirklich verloren. Er ist nur… zwischen Möglichkeiten gestreut. Wenn Sie ihn finden wollen, müssen Sie zuerst lernen, die Wellen der Zeit zu reiten und die Gedanken wie Schmetterlinge zu fangen.“
Einstein nickte, zog seinen Notizblock heraus, und plötzlich begannen die Zahlen 666 über die Spiralen zu flimmern, wie kleine Kristallfunken. Jede Zahl zeigte nicht nur den Weg zum Rasierapparat, sondern auch mögliche Zukunftsszenarien, in denen er ihn vielleicht nie gesucht hätte.
„Hm… dann ist mein Rasierapparat also gleichzeitig gefunden und nicht gefunden?“ murmelte Einstein.
„Exakt. Willkommen in Aeonara.“
Und mit einem tiefen Atemzug sprang er in die erste Welle, bereit, zwischen Zeit und Raum zu surfen – auf der Jagd nach einem Rasierapparat, der gleichzeitig ein Schlüssel zu unzähligen Universen war.
RIEFUNKE
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