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Die Sonnenblume, noch immer wütend über den Angriff des Bauern, legte beim Rattenrichter sofort Widerspruch ein. „Ein Schöffe hat während meines Verfahrens eingeschlafen!“ rief sie empört. „Das ist ein klarer Verfahrensfehler!“ Der Richter, der die Augenbrauen unter seinen faltigen Schnurrhaaren hochzog, murmelte etwas von „Feldgesetzen“ und „Bienenneutralität“, aber die Sonnenblume ließ sich nicht beeindrucken.
Noch am selben Tag weitete sie ihre Klage aus: Dieses Mal verklagte sie den Solarzellenhersteller in China persönlich. Grund: „Chlorophyll-Patentverletzung!“ prangerte sie an. Laut Sonnenblume habe der Hersteller ihre Photosynthese-Technologie ohne Erlaubnis kopiert, um Solarzellen noch effizienter zu machen. Die Nachricht verbreitete sich blitzschnell im Feld-Internet. Sogar die Solarzelle auf dem Felde wirkte ein wenig nervös, obwohl sie nach außen weiterhin selbstsicher funkelte.
Die Bienen diskutierten bereits hitzig über internationale Pflanzenrechte, während die Maulwürfe sich über zukünftige Patentklagen unter der Erde Sorgen machten. Ein neuer Rechtsstreit zeichnete sich ab – diesmal global, und die Sonnenblume war fest entschlossen, ihren grünen Triumph zu erkämpfen.
Riefunke
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