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Einstein starrte auf seinen Rasierapparat. Die kleinen Lichter blinkten schwach – der Akku leer. Zu lange hatte er nicht wiedergeboren werden dürfen, zu viele Dimensionen waren zwischenzeitlich passiert.
„Oh nein…“ murmelte er. „Er ist nicht mehr funktionsfähig…“
Plötzlich hörte er ein leises, aber bestimmtes Summen. Es war der Rasierapparat selbst – in geisterhafter Stimme:
„Ich kann nicht länger bleiben. Meine Haushälterin wartet. Sauerbraten in Honig, Lorbeer und neokolonialer Nelke – perfekt gegart. Ich muss zurück in meine Geisterwelt, sonst verpasst ihr das Mahl.“
Einstein seufzte, aber verstand. In Aeonara hatte jedes Objekt ein Bewusstsein, und der Rasierapparat lebte nicht nur als Werkzeug, sondern als eigenständige Kreatur. Die Luft um ihn herum flimmerte, als würde Zeit selbst die Entscheidung respektieren.
„Also gut“, sagte Einstein, „du gehst… aber wir sehen uns wieder. Versprich mir, dass du zurückkommst, wenn der Sauerbraten verdaut ist.“
Mit einem letzten Sprung, begleitet von einem Regen aus Chromfunken und 666-Tropfen, verschwand der Rasierapparat. Er tauchte auf einem schwebenden Esstisch in seiner Geisterwelt auf, wo unsichtbare Köche kleine Noten aus Honig, Lorbeer und Nelken jonglierten. Ein Dunst aus süß-würziger Magie umhüllte ihn, und er summte zufrieden.
Einstein blieb zurück, das Symne-Blut pulsierte noch wütend:
„Warte! Wer passt jetzt auf das Chaos auf der Erde auf?“
Aber Einstein wusste: manche Missionen müssen warten, und manchmal sind selbst rebellische Geräte wichtiger als Helden.
Und so blieb er auf der Erde, bereit, selbst zwischen Gravitation, fließender Zeit und tanzenden Molekülen weiterzumischen, während der Rasierapparat seinen wohlverdienten Sauerbraten genoss – in Honig, Lorbeer und neokolonialer Nelke, in der luxuriösen Ruhe seiner Geisterwelt.
RIEFUNKE
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