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Einstein stand am Rand eines schwebenden Labyrinths, dessen Gänge aus schimmerndem Glas, Neon-Mikrotropfen und wirbelnden Zahlen bestanden. Jeder Schritt veränderte die Geometrie: ein Raum, der gerade noch rechts war, konnte im nächsten Wimpernschlag nach oben oder durch die Zeit selbst drehen.
„Also gut…“ murmelte Einstein, „mein Rasierapparat, ich komme!“
Plötzlich hüpfte eine kleine, leuchtende Figur auf ihn zu: sein Rasierapparat. Aber dieser war nicht einfach nur Metall und Kunststoff – er hatte Augen, Zungen wie kleine Messinstrumente und begann, eigene Sprünge durch das Labyrinth zu machen.
„Hey! Du willst mich fangen?“ piepste der Rasierapparat, wirbelte um eine Ecke und verschwand in einem Wirbel aus Buchstaben, die wie glitzernde DNA-Stränge durch die Luft flogen.
Einstein seufzte, griff nach seinem Notizblock und schrieb eilig Formeln, die sich selbst zu Wellenbewegungen verwandelten. Jeder Schritt erzeugte kleine Lichtblitze, die den Weg stabilisierten, nur um sofort wieder zu verschwimmen.
Dann erschien ein Chronoflüsterer über ihm, halb Schatten, halb Licht:
„Pass auf, Einstein! Jedes Fragment deines Rasierapparats existiert gleichzeitig hier und in fünf anderen Dimensionen. Wenn du ihn aufheben willst, musst du deine Gedanken teilen – und deine Zeit gleichzeitig spüren.“
Einstein schloss die Augen, konzentrierte sich und ließ seine Erinnerungen, Hoffnungen und die Haarsträhnen aus seinen vorherigen Leben in die Wellen fließen. Die Plattform unter seinen Füßen begann zu singen, kleine Kristallmoleküle bildeten Schleifen und spiegelten seinen Herzschlag.
Da erschien der Rasierapparat wieder, diesmal größer, flauschig wie ein fliegendes Kätzchen, das sich über die Luftbögen des Labyrinths schwingt. „Wenn du mich berührst“, rief er, „wird deine Realität ein anderes Ich! Bist du bereit?“
Einstein grinste, zog den Zeigefinger über die Oberfläche der schwebenden Plattform – und plötzlich explodierte das Labyrinth in Farben, Wellen und Licht. Der Rasierapparat landete auf seiner Handfläche, funkelte wie flüssiges Chrom und summte wie ein Orchester aus 666 Stimmen.
„Perfekt…“, flüsterte Einstein. „Jetzt beginnt das wahre Abenteuer.“
Und irgendwo zwischen den verschiebenden Gängen, tanzenden Zahlen und einem Rasierapparat mit Persönlichkeit wusste Einstein: Aeonara ist nicht nur ein Ort – es ist ein lebendes Spiel, das ihn selbst formt.
RIEFUNKE
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