SYNOPSIS (Einreichungstext)
RATTENGERICHT – PROTOKOLL DER ZUSTÄNDE ist ein minimalistischer Kurzfilm über Sprache als erzeugendes System.
In einer statischen Bildanordnung aus Tisch, Papier und Stimme werden Begriffe wie „Realität“, „Normalität“ und „Ordnung“ nicht erzählt, sondern als instabile Zustände sichtbar gemacht. Jeder Satz erzeugt eine vorläufige Festlegung, die im nächsten Moment bereits wieder verschoben wird.
Der Film verzichtet bewusst auf narrative Figuren, psychologische Entwicklung und klassischen Dialog. Stattdessen entsteht ein sprachliches Protokoll, in dem Sprache nicht beschreibt, sondern selbst jene Realität hervorbringt, die sie gleichzeitig destabilisiert.
Die Reduktion der Mittel legt den Fokus auf den Moment, in dem Bedeutung entsteht – und unmittelbar wieder zerfällt.
KÜNSTLERSTATEMENT
Der Film versteht Sprache nicht als Mittel der Beschreibung, sondern als operative Struktur, die Realität erzeugt, stabilisiert und zugleich verunsichert.
Mich interessiert nicht, was Wörter bedeuten, sondern was sie tun: beim Sprechen, Wiederholen und Festschreiben.
Die filmische Form folgt dieser Untersuchung konsequent. Ein fixer Blick, ein Tisch, Papier, eine Stimme. Die Reduktion ist keine ästhetische Geste, sondern eine methodische Entscheidung: Alles Überflüssige wird entfernt, um den Prozess sichtbar zu machen, in dem Bedeutung entsteht und sich gleichzeitig wieder auflöst.
„RATTENGERICHT“ untersucht Instabilität als Grundzustand sprachlicher Ordnung. Jeder benannte Begriff erzeugt seinen Gegenzustand. Jede Definition enthält bereits ihre eigene Verschiebung.
Der Film bewegt sich an der Grenze zwischen Dokument, Versuchsanordnung und Systemprotokoll — nicht als Erzählung, sondern als fortlaufende Beobachtung von Sprache in Aktion.
RIEFUNKE
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