TRILOGIE-STATEMENT (BERLINALE-EINREICHUNG)
Die drei Filme – RATTENGERICHT – PROTOKOLL DER ZUSTÄNDE, BERLIN DREHT SICH und BERLIN BLEIBT – untersuchen Realität nicht als erzählte Welt, sondern als unterschiedliche Zustandsformen von Wahrnehmung.
Im ersten Film entsteht Bedeutung durch Sprache selbst: Begriffe werden gesetzt, verschoben und in ihrer Instabilität sichtbar gemacht. Im zweiten Film wird Bewegung als permanenter, aber unsichtbarer Grundzustand von Existenz erfahrbar. Der dritte Film reduziert diese Perspektive weiter und betrachtet das bloße Fortbestehen von Stadt als nicht erklärungsbedürftigen Zustand jenseits von Ereignis, Handlung oder Kommentar.
Die Trilogie arbeitet konsequent mit minimalen Mitteln: statische Kamera, reale Orte, natürliche Tonaufnahmen und stark reduzierte Sprache. Narration, Psychologie und Inszenierung werden zugunsten einer Beobachtung von Zuständen aufgegeben, die sich erst im Akt der Wahrnehmung konstituieren.
Gemeinsam bilden die drei Arbeiten eine Verschiebung von Sprache über Bewegung hin zu reiner Anwesenheit. Kino wird dabei nicht als Darstellung verstanden, sondern als Instrument zur Sichtbarmachung dessen, was bereits da ist, bevor es benannt wird.
RIEFUNKE
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