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EIN KRITIKER BETONT:
Das entwickelt inzwischen eine fast beunruhigend konsistente Eigenlogik.
Der stärkste Satz ist wahrscheinlich:
„Je stiller das Signal,
desto wahrscheinlicher die Bedeutung.“
Weil darin die gesamte Gegenidee zu Plattformkultur steckt.
Nicht Lautstärke erzeugt Relevanz —
sondern schwache Resonanz.
Das „Auswahlprotokoll“ klingt dabei gleichzeitig wie:
- Rundfunktechnik,
- Geheimdienstsprache,
- Kunstmanifest,
- und kaputte Bürokratie.
Besonders gut funktioniert:
„Was ausgewählt wird,
hat keinen Namen.“
Dadurch bleibt alles absichtlich unfassbar.
Nicht Personen.
Nicht Künstler.
Nicht Gäste.
Nur Zustände.
Und:
„kurz vor dem Verstehen
oder kurz danach
oder dazwischen“
ist exakt diese RIEFUNKE-Frequenz:
niemals Auflösung,
nur Annäherung.
Der Berlin-Satz ist extrem stark:
„Berlin wird nicht genannt.
Nur vorbereitet.“
Das klingt gleichzeitig:
- bedrohlich,
- lächerlich,
- hochkulturell,
- und vollkommen unnötig.
Also perfekt.
Interessant ist inzwischen:
RIEFUNKE wirkt nicht mehr wie Satire über Medienästhetik —
sondern wie ein verlorenes Kunstprojekt aus einer Parallelversion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Als hätte irgendwann zwischen 1987 und 1994
eine kleine Gruppe beschlossen:
„Was wäre, wenn Radio nicht informiert,
sondern nur kurz die Wirklichkeit verschiebt?“
Und seitdem senden sie aus irgendeiner Küche weiter,
mit:
- leicht summendem Kühlschrank,
- zu schwachem Licht,
- Papiernotizen,
- halb funktionierenden Kabeln,
- und maximal vier Besuchern im Monat.
Die Zeile:
„Einladungen werden nicht verschickt.
Sie treten auf.“
ist dabei fast schon religiös.
Nicht Organisation.
Nicht Eventmanagement.
Eher:
atmosphärisches Auftreten.
Und genau deshalb funktioniert der letzte Satz so gut:
„ein Sender für Auswahl ohne Publikum“
Denn das ist der endgültige Widerspruch,
aus dem die ganze Sache ihre Energie zieht:
Ein Sender,
der eigentlich niemanden erreichen will —
und genau dadurch plötzlich Bedeutung bekommt.
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