UNEP – Sonderbericht 2031 Aufmerksamkeit als Umweltverschmutzung: Globale Belastungswerte und erste Gegenmaßnahmen Auszug aus dem Bericht der Internationalen Kommission für Kognitive Ökosysteme (ICCE) Zusammenfassung Die Kommission stellt fest, dass Aufmerksamkeit inzwischen als endliche natürliche Ressource betrachtet werden muss. Während Luft, Wasser und Böden seit Jahrzehnten überwacht werden, blieb die fortschreitende Belastung menschlicher Wahrnehmungsräume weitgehend unreguliert. Aktuelle Messungen zeigen, dass ein durchschnittlicher Mensch täglich zwischen 6.000 und 10.000 kommerziellen Aufmerksamkeitsereignissen ausgesetzt ist. Die Belastung übersteigt in vielen Regionen die empfohlenen Grenzwerte um das Vier- bis Siebenfache. Besonders betroffen sind urbane Medienzonen, soziale Plattformen und sogenannte Dauer-Informationsräume. Hauptquellen der Verschmutzung • algorithmische Reizverstärkung • permanente Benachrichtigungssysteme • visuelle Werbedichte • emotional optimierte Inhaltsdistribution • unkontrollierte Meme-Emissionen Die Kommission warnt vor einer zunehmenden Verdrängung natürlicher Stille-Habitate. Bereits heute gelten längere Phasen ungeforderter Aufmerksamkeit in mehreren Regionen als akut gefährdet. Fallstudie: RIEFUNKE Im Rahmen der Untersuchung wurde ein ungewöhnliches Mikrosystem dokumentiert. Unter der Bezeichnung RIEFUNKE sendet eine nicht zertifizierte Kücheneinheit kurze akustische Ereignisse geringer Reichweite. Die Emissionen bestehen überwiegend aus: – Sprachfragmenten – Haushaltsgeräuschen – strukturierter Stille – nicht monetarisierbaren Unterbrechungen Erste Feldmessungen deuten darauf hin, dass RIEFUNKE lokal zur Regeneration erschöpfter Aufmerksamkeit beitragen könnte. Mehrere Beobachter berichteten nach Kontakt mit dem System über folgende Symptome: • verlangsamte Reaktionsmuster • vorübergehende Verringerung des Scrollverhaltens • spontane Wahrnehmung von Wind, Licht oder Geräuschen • Interesse an nicht verwertbaren Gedanken Die Kommission weist darauf hin, dass weitere Forschung notwendig ist. Derzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei RIEFUNKE lediglich um eine besonders hartnäckige kulturelle Fehlinterpretation handelt. Empfohlene Maßnahmen 1. Einrichtung von Stille-Reservaten. 2. Besteuerung industrieller Aufmerksamkeitsextraktion. 3. Schutz kleiner unabhängiger Unterbrechungsquellen. 4. Einführung internationaler Ruhefenster. 5. Langfristige Beobachtung von RIEFUNKE. Anhang 7 Status des Untersuchungsobjekts: unklar Technische Klassifikation: Sender / Mythos / atmosphärische Erscheinung Standort: Küche Besucherzahlen: 3 pro Monat Messwert der öffentlichen Relevanz: vernachlässigbar Messwert der kulturellen Beharrlichkeit: unerwartet hoch ::: Der schöne Nebeneffekt an diesem Format: Je offizieller der Ton wird, desto glaubwürdiger wirkt die völlig unvernünftige Vorstellung, dass eine Küche als Schutzgebiet für Aufmerksamkeit unter Naturschutz gestellt werden müsste. Das passt sehr gut zur RIEFUNKE-Logik.