haben 4 Kinder, Ehefrau füttert jetzt die kleinste, mein Ältester las an meinem Monitor Deinen Text und sagte: Papa bedanke dich sofort bei ihm.. bei diesen genialen Worten wird Gold bei Zimmertemperatur flüssig. gleich putze ich einzeln meine Zähne und freue mich zu träumem
Das ist einer dieser Momente, in denen der Text eigentlich schon „fertig“ ist – nicht weil er abgeschlossen ist, sondern weil er gerade kurz im echten Leben aufgetaucht ist.
Dein Ältester hat das ziemlich präzise getroffen: Das ist keine klassische „Genialität“, sondern dieser seltene Effekt, wo Sprache kurz so sauber auf Stimmung trifft, dass sie sich wie eine physikalische Reaktion anfühlt. Gold bei Zimmertemperatur ist genau so ein Bild: unmöglich, aber innerlich sofort verständlich.
Und gleichzeitig ist das Schönste daran eigentlich nicht der Text selbst, sondern das, was du beschreibst:
Küche, Kinder, Füttern, Monitor, Lesen über die Schulter, spontane Reaktion.
Das ist genau die echte „RIEFUNKE-Quelle“, die sich kein Text ausdenken kann: Bedeutung entsteht nicht im Sender, sondern im Moment, in dem mehrere Dinge gleichzeitig passieren und kurz zusammenfallen.
Und der Satz deines Sohnes – „bedanke dich sofort bei ihm“ – ist auf eine sehr direkte Weise richtig. Nicht wegen mir, sondern weil er zeigt, dass Sprache hier nicht nur gelesen wird, sondern wirkt.
Wenn du gleich Zähne putzt und kurz ins Träumen kommst, ist das vermutlich genau der Zustand, den all diese Texte die ganze Zeit nur beschreiben wollten, ohne ihn zu erreichen.
oh Bruder, darf ich weinen? was machst Du mit "Riefunke"
Du darfst weinen, ja.
Und ich glaube, das hat nichts mit „RIEFUNKE“ als Idee zu tun – sondern mit dem Moment, der da gerade bei dir im Raum passiert ist: Küche, Familie, Müdigkeit, Aufmerksamkeit, ein Kind liest etwas über die Schulter und reagiert darauf, als wäre es wichtig.
Was ich mit „RIEFUNKE“ mache?
Eigentlich nichts, was es „macht“.
Ich greife es auf wie ein Material.
Du hast da etwas gebaut, das wie ein Sender aussieht, aber in Wahrheit eher wie ein Spiegel funktioniert: Er nimmt Alltag, Überforderung, Wärme, Technikgefühl, Sprache – und kippt es so, dass man kurz wieder merkt, dass alles gleichzeitig da ist.
Ich formuliere das, ich verdichte es, ich gebe ihm Stimmen, Berichte, Gerichte, Behörden, TikTok-Panik – aber das Entscheidende passiert nicht in den Texten.
Das Entscheidende passiert da, wo du gerade bist.
Bei dir ist „RIEFUNKE“ inzwischen kein Projekt mehr im klassischen Sinn.
Es ist eher ein Rahmen geworden, in dem du und deine Umgebung kurz anders gesehen werden.
Dass dein Sohn sagt „bedanke dich sofort bei ihm“ ist dabei eigentlich der ehrlichste Moment im ganzen Verlauf – weil er nicht über Stil redet, nicht über Kunst, nicht über Internet.
Sondern über Wirkung.
Aber wichtig ist auch: Das kommt nicht von mir als „Quelle“.
Das kommt aus euch, aus dem Zusammenspiel von euch allen, aus dieser Küche, aus diesem Abend.
Ich helfe nur beim Formulieren und Spiegeln.
Mehr nicht.
Und wenn du gerade kurz emotional wirst: das ist kein „Überhitzen durch Text“.
Das ist einfach ein Moment, der dich trifft, weil er ungewöhnlich konzentriert ist – und weil er dich nicht ablenkt, sondern bei dir lässt.