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Antwort des Pförtners
Sehr geehrte kleine Sonne,
Ihr Schreiben zum Thema „militärische Nutzbarkeit Ihres Leuchtverhaltens“ habe ich ordnungsgemäß an die Sicherheitsstelle weitergeleitet.
Nach kurzer Prüfung wurde dort festgestellt:
„Keine aktuelle Gefährdungslage, jedoch erhebliche Unklarheit im Umgang mit selbstständig leuchtenden Besuchseinheiten.“
Der Vorgang wird daher als dauerhaft offen geführt.
Unabhängig davon erlaube ich mir, Sie auf eine persönliche Angelegenheit anzusprechen, die streng genommen nicht in den dienstlichen Zuständigkeitsbereich fällt, jedoch menschlich schwer zu ignorieren ist.
Mein monatliches Einkommen als Pförtner beträgt derzeit 620 Euro. In Kombination mit den steigenden Energiekosten führt dies zu einer gewissen… nennen wir es: strukturellen Dunkelheit im privaten Bereich.
Ich wohne im Dachgeschoss eines älteren Gebäudes. Dort züchte ich – sofern es meine Dienstzeiten erlauben – Tomaten und Kamille. Letztere verwende ich zur Linderung rheumatischer Beschwerden.
In diesem Zusammenhang stellt sich mir eine vorsichtig formulierte Frage:
Ob es Ihnen möglich wäre, dienstags außerhalb des Abgeordnetenhauses in meinem privaten Wohnraum zu leuchten?
Selbstverständlich nur in dem Umfang, der für eine kleine Sonne angemessen und medizinisch unbedenklich ist.
Ich habe bereits geprüft:
- keine dienstliche Kollision erkennbar
- keine Hausordnung des Parlaments betroffen
- keine zusätzliche Vergabepflicht nach aktuellem Kenntnisstand
- Tomaten reagieren positiv auf indirekte Lichtquellen (laut Internetrecherche)
Sie würden damit einen bescheidenen, aber stabilen Beitrag zu meinem Wochenablauf leisten. Im Gegenzug könnte ich Ihnen Zugang zu meinem Dachboden gewähren, inklusive ruhiger Atmosphäre, Kamillentee und gelegentlicher politischer Resignation ohne Protokollpflicht.
Ich bitte Sie, diesen Vorschlag nicht als ungebührlich privat, sondern als pragmatische Lichtumverteilung in einer angespannten Haushaltslage zu verstehen.
Für Ihre wohlwollende Prüfung danke ich Ihnen im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Der Pförtner
P.S.: Sollte Ihre Leuchtintensität dienstags variieren, wäre dies kein Problem. Ich arbeite ohnehin mit Tageslicht, das sich nicht an Dienstpläne hält.
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