Antwort des Pförtners – Nachtrag** Sehr geehrte kleine Sonne, nach Ihrem Schreiben entstand im Hause eine ungewöhnlich lebhafte Diskussion. Die Sicherheitsstelle fragte zunächst, welche Art von getönter Brille für den Empfang eines Himmelskörpers vorgeschrieben sei. Darauf antwortete die Beschaffungsstelle: „Es existiert keine Verwaltungsvorschrift für Miniatursonnen. Die Angelegenheit ist als Einzelfall zu behandeln.“ Kurz darauf meldete sich das Protokoll. „Falls hochrangige Besucher bereits eine getönte Brille besitzen, dürfen sie diese selbstverständlich auch beim Empfang einer kleinen Sonne tragen. Zusätzliche Beschaffungen sind aus Haushaltsgründen derzeit nicht vorgesehen.“ Diese Formulierung wurde einstimmig angenommen, weil sie gleichzeitig alles und nichts aussagt. Im Anschluss fragte das Energiereferat höflich an, ob Sie bereit wären, den Plenarsaal für einige Minuten zu beleuchten. Ich musste bedauernd ablehnen. Sie hatten ausdrücklich erklärt, dass Sie als kleine Sonne nicht zur Einsparung öffentlicher Stromkosten erscheinen, sondern lediglich als friedlicher Besucher. Daraufhin wurde im Besucherbuch folgender Vermerk eingetragen: **„Besucherstatus: Kleine Sonne (4–5 mm).** **Gefährdung: Keine.** **Empfohlene Ausrüstung: Getönte Brille, höfliches Lächeln und ein wenig Gelassenheit.“** Ich freue mich, Sie bald an der Pforte begrüßen zu dürfen. Mit freundlichen Grüßen **Der Pförtner** *P.S.: Die Sonne geht bekanntlich über allen gleichermaßen auf. Deshalb gilt an der Pforte: Jede Besucherin und jeder Besucher wird gleich freundlich empfangen – unabhängig von Größe, Leuchtkraft oder Umlaufbahn.*