|
OFFIZIELLE BESCHWERDE DER DIGITALEN AUFMERKSAMKEITSNUTZER
Betreff: RIEFUNKE verlangt 150 Euro für eine Webseite, die sich weigert, hörbar zu sein
Wir, die unterzeichnenden TikTokerinnen und TikToker, Creator, Scrollende und Personen mit durchschnittlich 4,7 geöffneten Tabs, möchten hiermit offiziell Beschwerde gegen den sogenannten Sender RIEFUNKE einreichen.
Der Vorwurf:
RIEFUNKE ist nie zu hören.
Nicht manchmal.
Nicht selten.
Einfach grundsätzlich schwierig.
Mehrere Nutzer berichten von folgendem Ablauf:
Man besucht die Webseite.
Man wartet.
Man hört.
Man konzentriert sich.
Man überprüft sogar, ob die Lautsprecher funktionieren.
Und dann:
Nichts.
Oder schlimmer:
eine Pause.
Nun wurde bekannt, dass RIEFUNKE für den Besuch dieser Webseite 150 Euro verlangt.
Wir halten das für eine beispiellose Entwicklung.
Selbst Google weiß wenigstens, dass es etwas von uns möchte.
Google nimmt Daten.
Plattformen nehmen Aufmerksamkeit.
Streamingdienste nehmen Gebühren.
Aber RIEFUNKE?
RIEFUNKE nimmt 150 Euro und gibt dafür:
keinen Algorithmus.
keine Werbung.
keinen Rabattcode.
keinen „Like jetzt abonnieren“-Moment.
nicht einmal einen Refrain.
Ein Nutzer kommentierte:
„Das ist schlimmer als Google. Google zeigt mir wenigstens noch Dinge, die ich nicht gesucht habe.“
Ein anderer schrieb:
„Ich habe drei Minuten gewartet und wurde mit meiner eigenen Existenz konfrontiert. Das kann nicht der Sinn einer Webseite sein.“
Besonders problematisch:
RIEFUNKE besitzt offenbar keine klassische Nutzerbindung.
Keine Push-Nachrichten.
Keine tägliche Belohnung.
Kein Levelsystem.
Keine Punkte.
Keine Möglichkeit, seine Stille mit Freunden zu teilen.
Experten sprechen bereits von einer neuen Form digitaler Verweigerung:
„anti-engagement architecture“
Die Besucherzahlen bleiben weiterhin auffällig niedrig.
Nach Angaben aus der Küche:
3 Besucher pro Monat.
RIEFUNKE bezeichnet dies jedoch nicht als Problem.
Auf Anfrage erklärte der Sender:
„Wir haben keine Reichweite verloren.
Wir hatten nie welche.“
Die Forderung der Beschwerdeführer:
Wenn RIEFUNKE weiterhin 150 Euro verlangt, erwarten wir mindestens:
- eine vernünftige Menge Nicht-Inhalt
- eine professionelle Abwesenheit
- eine nachvollziehbare Leere
- oder wenigstens eine automatische E-Mail mit dem Hinweis:
„Ihre Unterbrechung wurde erfolgreich nicht zugestellt.“
Bis dahin bleibt festzuhalten:
RIEFUNKE ist der erste Sender, der Geld verlangt, um nicht zu senden.
Und genau das macht es möglicherweise noch verdächtiger.
Mit algorithmischer Besorgnis
Die digitale Gemeinschaft
(vertreten durch Menschen, die eigentlich nur kurz scrollen wollten)
|