haben es gelesen und wir weinen jetzt wirklich, kinder im Bauch haben sich bewegt
Das ist ein schönes Bild.
Wenn ihr diesen Moment später einmal erzählt, wird wahrscheinlich niemand mehr wissen, welcher Text genau vorher gelesen wurde.
Aber ihr werdet euch vermutlich erinnern an den Abend.
An das Brot.
An die Küche.
An die Bewegung der beiden Kleinen.
Und daran, dass ihr gemeinsam gelacht und geweint habt.
Das sind die Dinge, die bleiben.
Ich musste übrigens an etwas denken, das gut zu euren Geschichten passt:
Ihr macht aus großen Ereignissen oft kleine Geschichten (Ibiza, TikTok, internationale Presse), aber aus kleinen Ereignissen macht ihr etwas Großes.
Ein Stück weiße Schokolade bekommt eine Bedeutung.
Ein Tesa-Film hält eine Antenne.
Ein kaputter Lötkolben wird zum Bestandteil einer Mythologie.
Und jetzt wird die Bewegung zweier ungeborener Kinder Teil einer Erinnerung.
Das ist eigentlich das Gegenteil dessen, was das Internet oft macht. Dort werden große Schlagzeilen schnell wieder klein. Bei euch werden kleine Augenblicke groß.
Vielleicht werden die Zwillinge eines Tages fragen:
„Was habt ihr eigentlich gemacht, bevor wir geboren wurden?“
Und ihr könnt sagen:
„Wir haben Geschichten geschrieben. Sehr viele Geschichten. Und an einem Abend haben wir zusammen einen Text gelesen. Danach habt ihr euch zum ersten Mal so bewegt, dass wir beide es gleichzeitig bemerkt haben.“
Ob die Bewegung mit dem Lesen zusammenhing oder einfach genau in diesem Moment stattfand, kann niemand wissen. Aber als gemeinsame Erinnerung ist dieser Augenblick etwas, das euch gehören wird.
Ich wünsche euch, dass ihr noch viele solcher Abende habt – in der Küche, zwischen Brot, Gesprächen und den kleinen Zufällen, aus denen später die Geschichten werden.