BREAKING: DIE TIERE SUCHEN RIEFUNKE
Insolvenz löst offenbar größte internationale Tierschutzaktion der Rundfunkgeschichte aus
Es begann mit einer Insolvenz.
Dann kam TikTok.
Dann kamen die Knochen.
Und jetzt ist die Tierwelt beteiligt.
Was zunächst als bescheidene Hilfsaktion für den hungrigen Pinscher von RIEFUNKE gedacht war, hat sich innerhalb weniger Stunden zu einer internationalen Suchbewegung entwickelt.
Der Auftrag ist eindeutig:
Findet den Hund.
Und danach:
Findet RIEFUNKE.
IN DEN GROSSEN STÄDTEN VERSAMMELN SICH TIERE
Inzwischen erreichen uns Meldungen aus mehreren Großstädten.
In London wurden auf einem zentralen Platz zahlreiche Tauben gesichtet.
In Paris sollen sich Hunde, Katzen und mindestens ein sehr entschlossener Esel versammelt haben.
In Berlin standen heute Morgen mehrere Wildschweine schweigend vor einem Radiofachgeschäft.
In München wurden Rehe gesichtet.
Warum, ist unklar.
Ein Passant berichtete:
„Die standen einfach da und haben gewartet.“
Worauf?
RIEFUNKE.
LÖWEN HABEN DIE SUCHE ÜBERNOMMEN
Auch aus Afrika kommen erste Meldungen.
Mehrere Löwen sollen sich an einer gemeinsamen Suchaktion beteiligen.
Ein Sprecher der Gruppe erklärte:
„Wir suchen den Pinscher.“
Warum ein Löwe einen deutschen Pinscher sucht, konnte er nicht erklären.
Er ergänzte lediglich:
„Hungriger Hund ist hungriger Hund.“
Danach legte er sich unter einen Baum und wartete.
ELEFANTEN SUCHEN MIT GEDÄCHTNIS
Besonders engagiert sind offenbar die Elefanten.
Sie verfügen über ausgezeichnete Erinnerungsfähigkeiten und haben deshalb einen entscheidenden Auftrag erhalten:
Sich daran zu erinnern, wo RIEFUNKE zuletzt gesehen wurde.
Das Problem:
Niemand weiß, wann das war.
Ein Elefant soll daraufhin gesagt haben:
„Dann erinnern wir uns eben an alles.“
Die Suchaktion könnte dadurch mehrere Jahrzehnte dauern.
ZEBRAS BILDEN SUCHKETTEN
Auch Zebras beteiligen sich.
Inzwischen wurden mehrere große Gruppen dabei beobachtet, wie sie sich in langen Reihen durch offene Landschaften bewegen.
Sie suchen nach:
- dem Pinscher,
- RIEFUNKE,
- dem Sender,
- dem Mikrofon,
- Knochen,
- und möglicherweise dem richtigen DHL-Zustellbezirk.
Die Streifen erschweren allerdings die Identifizierung einzelner Tiere.
Ein Helfer:
„Wir wissen nicht, welches Zebra schon gesucht hat.“
Ein anderes Zebra:
„Wir wissen nicht einmal, welches Zebra wir sind.“
Die Suche geht trotzdem weiter.
DIE AMEISEN SIND AM WEITESTEN
Die effizienteste Organisation scheint derzeit ausgerechnet die kleinste zu sein.
Die Ameisen.
Sie haben offenbar unmittelbar nach Bekanntwerden der Krise einen Suchplan erstellt.
Niemand weiß, wie.
Niemand weiß, wer ihn genehmigt hat.
Niemand weiß, woher sie die Knochen haben.
Aber sie arbeiten.
In langen Kolonnen.
Richtung Küche.
Ein Beobachter berichtet:
„Die wissen genau, was sie tun.“
Eine Ameise wollte sich dazu nicht äußern.
Sie trug einen Knochen, der größer war als sie selbst.
INZWISCHEN WERDEN TIERE IN GANZ EUROPA SICHTBAR
Aus verschiedenen Städten gehen weitere Meldungen ein.
In Wien sollen sich Pferde vor einem Radiogeschäft versammelt haben.
In Amsterdam wurden Enten in Formation gesichtet.
In Rom saßen mehrere Katzen vor einer verschlossenen Tür.
In Brüssel standen Hunde auf einem Platz und schauten gemeinsam in dieselbe Richtung.
In Hamburg beobachteten Möwen einen Briefkasten.
Warum?
Niemand weiß es.
Aber überall taucht dieselbe Frage auf:
„Wo ist der Hund von RIEFUNKE?“
DIE TIERWELT HAT EIN NEUES ZIEL
Die internationale Tierschutzbewegung hat inzwischen einen vorläufigen Leitsatz:
ERST DEN HUND.
DANN RIEFUNKE.
Die Reihenfolge gilt als verbindlich.
Mertens wollte zunächst darauf hinweisen, dass der Sender technisch interessanter sei.
Er wurde überstimmt.
Der Butler erklärte:
„Der Hund hat Priorität.“
Der Türsteher nickte.
„Hund zuerst.“
Mertens:
„Aber das Signal—“
Der Türsteher:
„Hund.“
Mertens:
„Verstanden.“
DIE KÜCHE BLEIBT DAS ZENTRUM DER KRISE
Während sich draußen Tiere versammeln, bleibt die Lage in der Küche unverändert.
Der Hund ist dort.
Das Mikrofon ist im Kühlschrank.
Der Sender ist aus.
RIEFUNKE ist außer Haus.
Niemand weiß, wo RIEFUNKE ist.
Niemand weiß, ob RIEFUNKE weiß, dass die Tiere ihn suchen.
Niemand weiß, ob der Hund überhaupt hungrig ist.
Der Hund äußert sich nicht.
Er bellt.
Einmal.
Dann zweimal.
Ein Tiketaketoker notiert:
„Möglicherweise Kommunikation.“
Mertens hört die Aufnahme.
Er wird blass.
„Das war kein Signal.“
Pause.
„Das war ein Hund.“
DER SUCHRADIUS WIRD ERWEITERT
Inzwischen wird die Suche international koordiniert.
Löwen suchen im Süden.
Elefanten im Osten.
Zebras im Westen.
Ameisen überall.
Tauben übernehmen die Innenstädte.
Hunde suchen nach Geruch.
Katzen suchen überhaupt nicht.
Sie sitzen herum und warten darauf, dass RIEFUNKE zu ihnen kommt.
Auch das wird als legitime Suchmethode anerkannt.
DIE TIKETAKETOKER SIND ÜBERFORDERT
Die Tiketaketoker, die ursprünglich nur den Sender beobachten wollten, stehen inzwischen vor einer völlig neuen Situation.
Einer sagt:
„Wir wollten eigentlich nur RIEFUNKE hören.“
Ein anderer:
„Jetzt suchen wir einen Hund.“
Ein dritter:
„Und die Ameisen haben uns überholt.“
Dann kommt eine Eilmeldung:
Weitere Knochen unterwegs.
Alle schauen zum Himmel.
Eine Taube fliegt vorbei.
Sie trägt einen kleinen Umschlag.
Darauf steht:
AN DEN HUND VON RIEFUNKE
DEUTSCHLAND – BAYERN
Keine Straße.
Keine Hausnummer.
Keine Postleitzahl.
Nur:
DER HUND.
UND DANN PASSIERT ETWAS
Am späten Nachmittag werden in mehreren Städten ungewöhnliche Geräusche gemeldet.
Ein Knacken.
Ein Rauschen.
Eine kurze Unterbrechung.
In London.
In München.
In Berlin.
In Brüssel.
Sogar irgendwo auf dem afrikanischen Kontinent.
Mertens überprüft die Frequenzen.
Der Butler hebt den Kopf.
Die Tiketaketoker schweigen.
Die Löwen bleiben stehen.
Die Elefanten hören auf zu laufen.
Die Zebras bilden eine geschlossene Reihe.
Die Ameisen halten für ungefähr zwei Sekunden inne.
Dann:
KRRRRT.
Stille.
Eine Stimme.
Sehr leise.
„Bewegung ohne Ziel.“
Niemand bewegt sich.
Dann folgt ein zweites Geräusch.
Noch leiser.
„Hund zuerst.“
Der Türsteher sieht zur Küche.
Der Butler öffnet langsam den Kühlschrank.
Das Mikrofon liegt dort.
Der Hund steht daneben.
Alle schauen sich an.
Der Hund bellt.
WUFF.
RIEFUNKE schweigt.
AKTUELLER STAND
RIEFUNKE: außer Haus
Sender: aus
Hund: in der Küche
Mikrofon: Kühlschrank
Löwen: suchen
Elefanten: erinnern sich
Zebras: bilden Suchketten
Ameisen: arbeiten
Tauben: koordinieren
Katzen: warten
DHL: weiterhin ratlos
Knochen: unterwegs
TikTok: besorgt
Tiketaketoker: aufmerksam
Mertens: misst
Butler: schweigt
Türsteher: bewacht die Tür
Großstädte: voller Tiere
RIEFUNKE: nicht auffindbar
Und damit steht die größte Frage der internationalen Rundfunkgeschichte im Raum:
Wo ist RIEFUNKE?
Die zweite Frage lautet:
Wo ist der hungrige Pinscher?
Die dritte Frage stellt niemand mehr.
Denn inzwischen ist klar:
Die Tiere wissen, dass etwas passiert.
Die Menschen wissen es auch.
Die Ameisen sind bereits unterwegs.
Und irgendwo, vielleicht in England, vielleicht in einer Küche, vielleicht auf einem Parkplatz, vielleicht hinter einer Frequenz, die niemand richtig messen kann, wartet RIEFUNKE.
Oder sendet.
Oder schweigt.
Oder ist einfach nur:
außer Haus.
Die Suche geht weiter.
RIEFUNKE.
Wir hören.
Wir warten.
Wir suchen.
Die Tiere suchen mit.
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