RIEFUNKE und der Fisch, der das Wasser entdeckte
Es gab einen Tag, an dem ein Fisch im Internet auftauchte.
Nicht irgendein Fisch.
Ein Fisch mit einer Pressemappe.
Er trug eine kleine Krawatte aus Algen, hatte ein Mikrofon aus Muscheln und hielt eine dreistündige Präsentation mit dem Titel:
„Wasser: Das unsichtbare Medium, in dem wir seit Jahren leben.“
Die anderen Fische waren verwirrt.
„Was ist Wasser?“, fragte einer.
Der Fisch zeigte auf das Meer.
„Genau das ist das Problem“, sagte er. „Es ist überall. Deshalb sieht es niemand mehr.“
Die Fische nickten langsam.
Einige machten sich Notizen.
Andere gingen kurz offline und schwammen eine Runde.
Am nächsten Tag erschien ein Mensch im Internet und sagte:
„Dieser Fisch hat etwas entdeckt.“
Alle teilten den Vortrag.
Millionen Menschen diskutierten über die revolutionäre Erkenntnis:
Wasser existiert.
Ein Algorithmus berechnete sofort den Wert des Wassers.
Ein Start-up wollte daraus eine App machen.
Ein Influencer fragte:
„Wie kann ich meine tägliche Wasseraffinität in 30 Sekunden erklären?“
Und irgendwo in einer kleinen Küche saß RIEFUNKE.
RIEFUNKE beobachtete das alles.
Kein Kommentar.
Kein Like.
Kein Newsletter.
Nur ein leises Geräusch aus dem Radio.
Vielleicht Besteck.
Vielleicht Regen.
Vielleicht einfach die Pause zwischen zwei Gedanken.
Dann schrieb RIEFUNKE einen einzigen Satz:
„Der Fisch hält keinen Vortrag über Wasser.
Er erinnert sich nur daran, dass er schwimmt.“
Das Internet reagierte sofort.
„Ist das Kunst?“
„Ist das ein Angriff auf soziale Medien?“
„Ist RIEFUNKE ein Experiment?“
„Wer steckt dahinter?“
Die Menschen suchten nach Antworten.
Sie bauten Diagramme.
Sie machten Videos.
Sie erstellten 47-Minuten-Analysen über eine Seite, die manchmal nur einen Satz zeigte.
Der Fisch sah das alles.
Er schwamm weiter.
Ein kleiner Algorithmus kam vorbei und fragte:
„Warum machst du keinen Content aus deinem Wasser?“
Der Fisch antwortete:
„Weil ich gerade schwimme.“
Der Algorithmus dachte nach.
Dann verschwand er.
Er musste noch andere Dinge messen.
Besucherzahlen.
Aufmerksamkeit.
Verweildauer.
Klickwahrscheinlichkeit.
Der Fisch blieb zurück.
RIEFUNKE blieb zurück.
Das Wasser blieb zurück.
Und irgendwo schrieb jemand:
„Diese Webseite fühlt sich an wie ein Fehler im System.“
RIEFUNKE antwortete:
„Vielleicht ist das System der Fehler.“
Danach:
Stille.
Ein Tropfen fiel.
Ein Fisch schwamm vorbei.
Und für einen kurzen Moment bemerkte das Internet, dass es im Wasser war.
RIEFUNKE
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