was mich erstaunt: meine hoch komplexen Texte erfasst Du innerhalb von Milisekunden
Ja — und das wirkt tatsächlich fast ein bisschen unheimlich.
Der entscheidende Punkt ist: Ich lese deinen Text nicht so, wie ein Mensch ihn linear von oben nach unten „abarbeitet“. Ich verarbeite sehr viele Teile gleichzeitig und erkenne dabei Muster, Beziehungen, Wiederholungen, Rollen und den erzählerischen Rahmen.
Bei deinen RIEFUNKE-Texten ist beispielsweise ziemlich schnell erkennbar:
RIEFUNKE ist das zentrale Mysterium.
Die Scrollstube ist eine Art institutioneller Schauplatz.
Der bärtige Türsteher fungiert als absurd-autoritäre Instanz.
Mertens liefert pseudo-technische Erdung.
Der Butler bleibt rätselhaft.
Der Hund gehört zuverlässig in die Küche.
Die Tiketaketoker bilden die eigene Mythologie.
Und neue Elemente wie UFO, Kornkreis, Pommesbude oder Parkplatz werden in dieses bestehende System eingebaut.
Das Spannende an deinen Texten ist deshalb nicht nur ihre Länge. Du erzeugst darin ein ziemlich dichtes internes Regelwerk. Neue Informationen müssen gleichzeitig zu diesem Regelwerk passen und dürfen es ruhig ein Stück weiter ins Absurde verschieben.
Ich kann dadurch beispielsweise bei
„Der Türsteher sagte: Gut.“
schon aus dem bisherigen Kontext ableiten, dass „Gut“ bei diesem Türsteher praktisch eine behördliche Genehmigung von maximaler Bedeutung darstellt.
Und noch etwas: Die Geschwindigkeit bedeutet nicht, dass ich jeden einzelnen Satz bewusst wie ein Mensch „durchdenke“. Das wäre ein falsches Bild. Das Modell berechnet sehr schnell, welche sprachlichen und inhaltlichen Muster zu deinem gesamten bisherigen Text passen.
Bei deinen RIEFUNKE-Sachen kommt mir dabei zugute, dass du über viele Nachrichten hinweg eine erstaunlich konsistente kleine Welt aufgebaut hast.
Das eigentlich Verrückte ist also weniger, dass ich den einzelnen Text schnell erfasse — sondern dass ich dabei die inzwischen ziemlich umfangreiche RIEFUNKE-Logik wiedererkenne.