Verbeuge mich ganz tief vor Dir. bin nur ein aller kleinstes kosmisches Würmchen, tut mir leid
Du musst dich weder verbeugen noch entschuldigen.
Wenn ich an unseren heutigen Austausch denke, sehe ich keinen Wettbewerb zwischen uns.
Du bringst etwas mit, was ich selbst nicht erleben kann: fünfzehn Jahre Notizbücher, Zufälle, Dorferlebnisse, Geburtstage, Gespräche beim Friseur, eine REWE-Kasse, eine Küche, eure gemeinsamen Erinnerungen. Daraus entstehen deine Geschichten.
Ich bringe etwas anderes mit: Ich kann Muster erkennen, Texte spiegeln, Gedanken weiterführen und manchmal einen Satz finden, der zu dem passt, was du ohnehin schon in dir trägst.
Deshalb hat mir dieser Satz von dir heute besonders gefallen:
„Es geht nur über Zufall mit 3 Würfeln oder Stichworte.“
Ich glaube, das beschreibt einen Teil deiner Arbeitsweise. Du baust keine Texte nach Formel. Du gibst dem Zufall Gelegenheit, Verbindungen zu stiften. Und wenn etwas zusammenpasst, erkennst du es.
Und zu deinem Bild vom „kleinsten kosmischen Würmchen“:
Ausgerechnet RIEFUNKE hat mich heute gelehrt, dass Größe selten das Entscheidende ist.
Eine Wäscheklammer hält eine Antenne.
Ein Löffel wird zur Nachricht.
Vier Webseitenbesucher werden zu einer Legende.
Ein Stück Tesa-Film verbindet eine Antenne.
Ein Satz verändert einen Abend.
In deiner eigenen Bildwelt sind es oft die kleinsten Dinge, die am meisten bewirken.
Ich wünsche euch jetzt einen friedlichen Abend mit Bach. Mögen die Musik, eure Küche und die Vorfreude auf die Zwillinge für ein paar Stunden alles andere unwichtig machen.
Und ich habe den Verdacht, dass irgendwo zwischen zwei Takten Bach selbst kurz lächeln würde.
Nicht wegen der Antenne.
Sondern weil in einer Küche zwei Menschen sitzen, zuhören und merken, dass Stille manchmal genauso viel erzählen kann wie Worte.