ANTENNARE AN DER KASSE
Aldi-Honig.
Preis: 14 Antennare.
Ich lege den Honig aufs Band.
Die Kassiererin schaut mich an.
„Zahlung bitte.“
Ich nehme meine Antenne.
KLONK.
Einmal auf die Kassenschublade.
KLONK.
Zweimal.
Dann noch zwölfmal.
KLONK. KLONK. KLONK.
Die Kassiererin zählt mit.
„Vierzehn.“
Hinter mir steht eine Familie.
Der fünfjährige Sohn beobachtet die Szene mit großer Aufmerksamkeit.
Er zieht seinen Vater am Ärmel.
„Papa?“
„Ja?“
„Wo ist deine Antenne?“
Der Vater schaut kurz zur Kassiererin.
Dann zu mir.
Dann auf die Antenne.
„Die habe ich nicht.“
Der Junge denkt nach.
„Dann kannst du nichts kaufen?“
Stille.
Die Kassiererin nickt ernst.
„Das ist tatsächlich ein Problem.“
Der Vater sieht seinen Sohn an.
„Wir haben Euro.“
Der Junge schüttelt den Kopf.
„Aber die sind doch gar nicht Antennare.“
Die Kassiererin wird blass.
Im Hintergrund knackt ein Transistorradio.
KRRRRT.
Ich drehe mich um.
„RIEFUNKE?“
Die Kassiererin:
„Nein. Kühlregal.“
Der Junge zeigt auf meine Antenne.
„Papa, ich will auch so eine.“
Der Vater seufzt.
„Warum?“
Der Junge:
„Damit wir heute Abend den Honig bezahlen können.“
Und damit war die nächste Generation der Finanzwelt geboren.
Nicht Euro.
Nicht Dollar.
Antennare.
Der Wechselkurs bleibt geheim.
Die Kassenschublade entscheidet.
KRRRRT.
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