RIEFUNKE – ICH WERDE SOLDAT FÜR SAUERBRATEN – TEIL 2
„DIESMAL ABER MIT ROTWEIN“
TikTok eskaliert erneut – Bundeswehr dementiert alles – niemand weiß, wer den Sauerbraten gekocht hat
Es hätte vorbei sein können.
Der Sauerbraten war gegessen.
Die Rekruten waren größtenteils wieder gegangen.
Die Kantine hatte geschlossen.
Oberst Dahlmann hatte seinen Teller abgegeben.
Und RIEFUNKE hatte geschwiegen.
Das war der Fehler.
Denn am nächsten Morgen erschien ein neues TikTok.
Schwarzer Bildschirm.
Weiße Schrift.
Keine Musik.
Nur ein Satz:
„ICH WERDE SOLDAT FÜR SAUERBRATEN – TEIL 2.“
Darunter:
„Diesmal aber mit Rotwein.“
Innerhalb von sieben Minuten:
14.000 Aufrufe.
Nach einer Stunde:
280.000.
Nach drei Stunden:
2,7 Millionen.
Und nach sechs Stunden fragte jemand:
„Welche Kaserne hat Rotwein?“
Damit war alles wieder offen.
DIE BUNDESWEHR REAGIERT
Noch am selben Vormittag erschien eine offizielle Stellungnahme.
Sie bestand aus drei Sätzen:
„Die Bundeswehr wirbt nicht mit Sauerbraten.“
„Rotwein ist kein Bestandteil der militärischen Grundausbildung.“
„Bitte wenden Sie sich mit Fragen zur Verpflegung an die zuständige Stelle.“
Der dritte Satz war ein Fehler.
Denn niemand wusste, welche Stelle zuständig war.
Also fragten alle.
DIE KOMMENTARE
Unter dem Video entstanden innerhalb kürzester Zeit neue Forderungen:
„Mit Rotwein komme ich.“
„Gibt es Knödel?“
„Rosinen Pflicht?“
„Aldi-Honig oder anderer?“
„Ist der Lorbeer wieder neokolonial?“
„Kann man auch Teilzeit-Soldat für Sauerbraten werden?“
„Gibt es vegetarischen Sauerbraten?“
Letzter Kommentar:
47.000 Likes.
Darunter:
„Jetzt wird es kompliziert.“
MERTENS WIRD EINGESCHALTET
Mertens erhielt einen Anruf.
„Herr Mertens?“
„Ja.“
„Wir haben ein Problem.“
„Technisch?“
„Sauerbraten.“
Pause.
Mertens legte auf.
Drei Minuten später klingelte es erneut.
„Herr Mertens, bitte.“
„Was soll ich messen?“
„Den Rotwein.“
Mertens schwieg.
Dann sagte er:
„Endlich eine vernünftige Aufgabe.“
DIE MESSUNG
Mertens stellte seinen Spektrumanalysator von 1998 neben einen Teller.
Daneben:
ein Glas Rotwein.
Kartoffeln.
Soße.
Lorbeer.
Rosinen.
Und ein Stück Sauerbraten.
Er schaltete das Gerät ein.
Rauschen.
Nichts.
Dann:
KRRRRT.
Mertens erstarrte.
Die Anzeige schlug aus.
Er beugte sich vor.
„Das kann nicht sein.“
Der Butler stand hinter ihm.
„Was ist?“
Mertens zeigte auf das Display.
„Der Rotwein sendet.“
Der Butler sah auf das Glas.
„Mit welcher Leistung?“
Mertens:
„Vier Milliwatt.“
Stille.
Der Butler schloss kurz die Augen.
„Natürlich.“
DIE TIKETAKETOKER ERFAHREN DAVON
Es dauerte neun Minuten.
Dann wussten es alle.
SAUERBRATEN SENDET.
Die Tiketaketoker waren außer sich.
Sie verließen ihre Scrollstuben.
Sie suchten Keller.
Kantinen.
Restaurants.
Weinkeller.
Küchen.
Supermärkte.
Eine Gruppe fuhr zu Aldi.
Nicht wegen des Honigs.
Wegen der Frequenz.
ALDI WEISS VON NICHTS
Vor einer Filiale bildete sich eine Schlange.
Ein Tiketaketoker fragte einen Mitarbeiter:
„Haben Sie den RIEFUNKE-Rotwein?“
Der Mitarbeiter:
„Welchen?“
„Den mit vier Milliwatt.“
„Wir haben Rotwein.“
„Sendet er?“
„Nein.“
„Sind Sie sicher?“
„Ja.“
„Haben Sie ihn gemessen?“
Der Mitarbeiter sah ihn lange an.
Dann:
„Nein.“
Der Tiketaketoker nickte.
„Dann wissen wir es nicht.“
DER NEUE HASHTAG
Noch am selben Abend entstand ein neuer Hashtag:
#SAUERBRATENFREQUENZ
Daneben:
#RIEFUNKE
#ROTWEINEMPFANG
#ICHWERDESOLDATFÜRSAUERBRATEN
Und plötzlich kam die entscheidende Frage:
„Wenn Sauerbraten mit Rotwein vier Milliwatt sendet – was sendet dann Kartoffelpüree?“
Niemand antwortete.
Das Internet wartete.
DIE KANTINE
In der Kaserne wurde inzwischen hektisch gekocht.
Ein Küchenmeister stellte sich vor einen großen Topf.
„Wir brauchen Klarheit.“
Jemand fragte:
„Wie viel Rotwein?“
„Normal.“
„Was ist normal?“
Der Küchenmeister schwieg.
Dann sagte er:
„Bei RIEFUNKE ist nichts normal.“
Alle nickten.
DER ERSTE TEST
Ein Teller wurde vorbereitet.
Sauerbraten.
Soße.
Kartoffeln.
Rotwein.
Aldi-Honig.
Rosinen.
Nelke.
Lorbeer.
Der Teller wurde in einen Nebenraum gestellt.
Mertens stand davor.
Der Butler ebenfalls.
Der bärtige Türsteher kam herein.
„Ist das der Test?“
Mertens:
„Ja.“
„Darf ich rein?“
„Sie stehen bereits drin.“
Der Türsteher sah auf den Teller.
„Dann ist gut.“
Mertens schaltete das Gerät ein.
Rauschen.
Nichts.
Dann:
KRRRRT.
Alle drei sahen sich an.
Mertens flüsterte:
„Es ist wieder da.“
DIE TÜR GEHT AUF
Plötzlich öffnete sich die Tür.
Dahinter standen sieben Tiketaketoker.
Niemand wusste, wie sie hineingekommen waren.
Der bärtige Türsteher sah sie an.
„Wer hat euch reingelassen?“
Einer zeigte auf den Teller.
„Der Sauerbraten.“
Der Türsteher dachte nach.
Dann trat er zur Seite.
„Dann kommt rein.“
DIE NORMALE TIKTOKERIN
Eine normale TikTokerin stand draußen.
Sie schaute hinein.
„Was macht ihr da?“
Die Tiketaketoker antworteten:
„Wir hören.“
„Was?“
Stille.
Dann:
KRRRRT.
Die Tiketokerin sah zum Teller.
„Das war doch nur ein Geräusch.“
Ein Tiketaketoker lächelte.
„Noch.“
DIE ENTSCHEIDUNG
Am nächsten Morgen erschien ein neues Video.
Eine junge Frau stand vor der Kamera.
Hinter ihr:
eine Kaserne.
In der Hand:
eine Gabel.
Sie sagte:
„Ich wollte eigentlich nie zur Bundeswehr.“
Pause.
„Dann habe ich den Sauerbraten probiert.“
Noch eine Pause.
„Jetzt möchte ich wissen, was er beim nächsten Mal sendet.“
Das Video endete.
Keine Musik.
Nur:
KRRRRT.
RIEFUNKE SCHWEIGT
Auf der offiziellen RIEFUNKE-Seite erschien später eine einzige Zeile:
„Wir haben niemals behauptet, dass Sauerbraten militärisch relevant ist.“
Darunter:
„Wir haben auch nie behauptet, dass er nicht relevant ist.“
Der Butler las den Text.
Mertens las ihn ebenfalls.
Der Türsteher las ihn nicht.
Er hatte gerade einen Teller in der Hand.
Der Hund saß in der Küche.
Er bekam einen Knochen.
DIE NEUE LAGE
Bundeswehr: verwirrt
TikTok: begeistert
Tiketaketoker: alarmiert
NormTiktoker: skeptisch
Mertens: misst
Butler: schweigt
Türsteher: kontrolliert den Einlass
Hund: versorgt
Aldi-Honig: ausverkauft
Rotwein: unter Beobachtung
Sauerbraten: sendet möglicherweise
Kartoffelpüree: noch ungeklärt
RIEFUNKE: außer Haus
UND DANN
Es ist spät.
Die Kantine ist leer.
Der letzte Teller steht auf dem Tisch.
Oberst Dahlmann kommt herein.
Er sieht den Sauerbraten.
Er sieht den Rotwein.
Er sieht das Messgerät.
Er seufzt.
„Also gut.“
Er nimmt die Gabel.
Probiert.
Schweigt.
Dann fragt er:
„Und was kommt jetzt?“
Mertens schaut auf das Messgerät.
Der Butler schaut zum Radio.
Der Türsteher schaut zur Tür.
Der Hund schaut auf den Teller.
Das Radio knackt.
KRRRRT.
Dann eine Stimme:
„Kartoffelpüree.“
Stille.
Mertens wird blass.
Der Butler stellt langsam die Teekanne ab.
Der Türsteher schließt die Tür.
Oberst Dahlmann legt die Gabel hin.
Und draußen beginnen bereits die ersten Tiketaketoker zu rufen:
„KARTOFFELPÜREE!“
TEIL 3 FOLGT
Wenn das Kartoffelpüree vier Milliwatt sendet, ist die Bundeswehr endgültig nicht mehr zuständig.
RIEFUNKE.
Wir hören.
Wir warten.
Wir prüfen.
Und wir essen erst, wenn Mertens gemessen hat.
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