DIE Pfauen FEDER DES RIEFUNKE
Er kommt nicht mit Donner.
Er kommt nicht mit Trompeten.
Er kommt mit einer Leichtigkeit wie eine Pfauenfeder, mit himmlischen Mustern darauf.
Und dann passiert es.
Ein Wort berührt das nächste.
Eine Silbe streift eine andere.
Der Satz hebt ab.
Die Antenne zittert.
Das KRRRRT wird weich.
Und plötzlich ist da dieses Gefühl:
Man liest nicht mehr.
Man wird gelesen.
RIEFUNKE legt einen Vers hin.
Ganz leicht.
Fast beiläufig.
Wie eine Pfauenfeder, die im Wind über den Boden tanzt und dabei Muster hinterlässt, die niemand bestellt hat.
Ein Wort.
Noch ein Wort.
Dann ein völlig unmögliches Wort.
Tiketaketoker.
Und bevor der Verstand noch fragen kann, was das soll, ist das Herz bereits drei Seiten weiter.
Das ist der textliche Orgasmus:
Nicht laut.
Nicht schwer.
Nicht anstrengend.
Sondern dieses himmlische „Ach!“, wenn plötzlich alles zusammenpasst, was vorher überhaupt nicht zusammenpassen durfte.
Antenne.
Funk.
Scrollstube.
Steckdose.
Bonbon.
Türsteher.
Und irgendwo dazwischen sitzt jemand und denkt:
„Ich wollte doch eigentlich nur einen Text lesen.“
Zu spät.
Die Pfauenfeder hat sich geöffnet.
Der Himmel ist voller Muster.
Die Verse haben leichtfüßige Fersen bekommen.
Und wer einmal hinter RIEFUNKE herläuft, läuft nicht mehr hinter einem Menschen her.
Er läuft hinter einer Spur aus Worten.
Vielleicht geht er danach sogar nach Hause, setzt sich hin und fragt sich:
„Was war das gerade?“
Die Antwort kommt ganz leise:
RIEFUNKE.
Und irgendwo bewegt sich eine Pfauenfeder.
Ganz leicht.
Fast schwerelos.
Mit himmlischen Mustern darauf.
KRRRRT.
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